American-Express-Aktie: Kreditkarten-Riese mit Gewinn-Rückgang

Jahrelang galt die Aktie des Kreditkarten-Konzerns zu den absoluten Lieblingen der Anleger.

Auch die Investment-Legende Warren Buffett hat die Papiere des US-Finanz-Konzerns prominent gewichtet.

Immerhin ist Amex die fünftgrößte Position des Milliardärs – insgesamt hält Buffett mit seiner Beteiligungs-Gesellschaft 16,56% aller ausstehenden Aktien des Konzerns.

Jetzt hat der Kreditkarten-Spezialist seine Zahlen vorgelegt, konnte jedoch mit seinen Gewinnen die Erwartungen der Analysten nicht erreichen.

Starker Dollar sorgt für Gegenwind

Im Schlussquartal musste American Express einen Umsatz-Rückgang um 4% auf 8 Mrd. Dollar verkraften.

Dies hatte gleich mehrere Gründe:

  • Zum einen litten die Geschäfte unter dem starken US Dollar. Da die Umsätze im Ausland nach Umrechnung in die Heimat-Währung weniger wert sind, verzeichnete der Konzern hier spürbare Einbußen.
  • Auf der anderen Seite musste Amex einen herben Rückschlag bei dem Großkunden Costco hinnehmen. Denn die exklusive Partnerschaft, wonach bei Costco nur Amex-Karten als Zahlungsmittel akzeptiert wurden, ist im März 2016 beendet worden.

Kosten für Marketing steigen an – die Konkurrenz sitzt im Nacken

Zugleich ist Amex in die Offensive gegangen und hat sein Marketing-Budget erheblich ausgeweitet. Der Grund ist einfach:

Der Konzern muss sich nicht nur gegen seine Erzrivalen Visa und Mastercard behaupten, sondern v. a. mit der rasant wachsenden Zahl von Online-Bezahldiensten und diversen Apps fertig werden.

Gewinne im Rückwärtsgang

Auf Grund der zahlreichen Baustellen purzelte der Gewinn im Schlussquartal auf 825 Mio. Dollar (Vorjahr: 899 Mio. Dollar).

Damit ergibt sich für das komplette abgelaufene Geschäftsjahr bei einem Jahres-Umsatz von 32,1 Mrd. Dollar (-2%) ein Gewinn-Rückgang um 5% auf 5,4 Mrd. Dollar.

Ohne die massiven Bemühungen auf der Kostenseite (-4% auf 22 Mrd. Dollar) hätten die Ergebnisse aber noch deutlich schlechter ausgesehen.

American Express macht auch Bankgeschäft

Im zurückliegenden Jahr erzielte Amex somit eine Gewinnspanne von 16,87%. American Express ist neben Visa und Mastercard einer der drei großen Kreditkarten-Anbieter weltweit.

Im Unterschied zu den Konkurrenten vergibt das Unternehmen auch den eigentlichen Kredit und verdient so nicht nur an Gebühren, sondern auch an Zins-Einkünften.

Das ist zwar deutlich risikoreicher, kann aber eben auch deutlich profitabler sein.

Analysten sehen nur begrenztes Aufwärts-Potenzial

Das Votum der Analysten fällt im Moment einheitlich aus: Von den 33 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, raten 19 zum Halten der Aktie.

Für das kommende Jahr rechnen die Analysten mit einem weiteren Gewinn-Rückgang auf 5,60 Dollar je Aktie.

Damit ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 13 für das kommende Jahr.

Das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit bei 78,46 Dollar und befindet sich damit nur minimal über dem aktuellen Preis der Aktie (76 Dollar).

24. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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