American Express Aktie punktet nach starker Q2-Bilanz

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American Express hat ein starkes Quartal hingelegt, die Aktie steigt. Vor allem die Gebührenstruktur kann überzeugen. (Foto: Lemau Studios / Shutterstock.com)

American Express hat seine Quartalsbilanz vorgestellt und damit einmal mehr unter Beweis gestellt: Das Geschäftsmodell floriert.

In Deutschland spielen Kreditkarten im alltäglichen Zahlungsverkehr nach wie vor eine vergleichsweise geringe Rolle. An der Supermarktkasse wird meist mit EC-Karte direkt vom Konto abgebucht, kleinere Beträge werden gerne bar bezahlt.

In anderen, insbesondere angelsächsisch geprägten Regionen sieht das längst ganz anders aus. Selbst für Kleckerbeträge zückt der Amerikaner oftmals seine Kreditkarte, und auch in Großbritannien und Australien boomt das Geschäft vom American Express und anderen Anbietern.

American Express: starke Q2-Bilanz

Im abgelaufenen zweiten Quartal konnte American Express seinen Gesamtumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9 Prozent steigern auf 10 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie legte sogar noch kräftiger zu um 25 Prozent auf 1,84 Dollar je Anteilsschein.

Neben steuerlichen Effekten und einem laufenden Aktienrückkaufprogramm profitiert der Kreditkartenanbieter dabei insbesondere von seinem angestammten Kerngeschäft, nämlich der Gebührenstruktur rund um die Kreditkarten.

Besonders stark profitiert American Express von den Gebühren, die das Unternehmen von Händlern erhebt, die die Karten akzeptieren. Die Erlöse aus diesem Bereich kletterten im Zeitraum von April bis Ende Juni auf knapp 6,2 Milliarden Dollar, was einer Steigerung um 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Damit steuern diese Gebühren mehr als 60 Prozent zum Gesamtumsatz des Unternehmens bei.

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Höhere Zinserträge

Überdurchschnittlich stark entwickelte sich im zweiten Quartal jedoch eine andere Kennzahl, nämlich der Nettozinsertrag, sprich: die Einnahmen, die American Express als Zinsen für die von den Kreditkarteninhabern in Anspruch genommenen Darlehen erhält.

Dieser Nettozinsertrag summierte sich zuletzt auf gut 1,8 Milliarden Dollar und lag damit fast 20 Prozent höher als im Vorjahresquartal. Begünstigt wurde diese Entwicklung vor allem durch eine Erhöhung der Kredite auf zuletzt insgesamt 78,6 Milliarden Dollar, was einem Plus von 16 Prozent gegenüber dem Kreditvolumen des gleichen Zeitraums im Vorjahr entspricht.

Doch auch die Gebühren, die die Karteninhaber selbst an American Express bezahlen, sind nicht zu unterschätzen. In Q2 legten diese Einnahmen im Vorjahresvergleich um 9 Prozent zu auf 844 Millionen Dollar.

American Express Aktie legt zu

Um die Kunden bei Laune zu halten und die Kreditkarten trotz der Gebühren attraktiv wirken zu lassen, arbeitet American Express mit verschiedenen Händlern und Anbietern zusammen, um beispielsweise Gutschriften oder Gutscheine anbieten zu können.

Eine Strategie, die sich auszahlt, wie der Blick auf die Q2-Entwicklung bestätigt. Anleger honorierten die erfolgreichen Geschäftszahlen mit einem Anstieg der American Express Aktie. Diese konnte im Kontext der Bilanzpräsentation auf Wochensicht um 3 Prozent zulegen und notiert mit knapp 90 Euro oder gut 100 Dollar etwa ein Viertel höher als noch vor einem Jahr.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.