Amerikas Banken sind die Gewinner der Zinspolitik

Aareal Bank Symbolbild neutrales Banklogo_shutterstock_234739012_unkown

Europas Banken verlieren international mehr und mehr den Anschluss. Die Commerzbank und die Deutsche Bank trifft es besonders hart. (Foto: unknown)

Der Blick auf die Geschäftszahlen der Banken macht eine ungewollte Auswirkung von Mario Draghis ultralockerer Geldpolitik sichtbar.

Europas Banken verlieren international den Anschluss. Der Einlagenzins von -0,5% kostet Europas Banken im Jahr 2020 hochgerechnet 8 bis 10 Mrd. €. Weil der Leitzins in den USA noch positiv ist, erhalten US-Banken im gleichen Zeitraum rund 60 Mrd. $ von ihrer Zentralbank ausgezahlt. Die Folge ist: Europas Banken haben im internationalen Wettbewerb keine Chance mehr. Demzufolge stehen an der Spitze der Branche ausschließlich US-Banken, während Europas Banken die Schlusslichter bilden.

Besonders hart trifft es die beiden deutschen Geldhäuser Commerzbank und Deutsche Bank. Während die Commerzbank zumindest vorübergehend Gewinne verbucht, ist die Deutsche Bank wieder tief in die Verlustzone gerutscht. Die beiden Kreditinstitute werden noch auf Jahre mit ihren hausgemachten Problemen beschäftigt sein.

Eine Entlassungswelle rollt über Europa

Im Bankensektor werden in diesem Jahr rund 58.000 Stellen abgebaut, 90% davon in Europa. Spitzenreiter ist die Deutsche Bank mit der geplanten Freisetzung von 18.000 Mitarbeitern. Die Banco Santander entlässt 5.400 Menschen, die Commerzbank 4.300, die HSBC 4.000 und die britische Barclays noch 3.000 Mitarbeiter. Das Ziel sind Einsparungen, um den sinkenden Erträgen aus dem klassischen Zinsgeschäft zu begegnen.

Commerzbank Logo RED_shutterstock_1106261375_josefkubes

„Panama Papers“: Das sind die HintergründeDie sogenannten „Panama Papers“ sind Anfang April 2016 das bestimmende Thema in der deutschen und auch internationalen Medien-Landschaft. Dabei geht es um Briefkasten-Firmen, geheime Offshore-Konten und um viele prominente Namen… › mehr lesen

Unsicherheit bei britischen Banken

Das Brexit-Drama geht in die nächste Runde und schürt weiterhin Unsicherheit bei den britischen Geldhäusern. Das Vertrauen in die Londoner City schwindet. Allerdings profitieren im Gegenzug die Briten mit starkem Auslandsgeschäft vom schwachen Pfund. So konnte Barclays ordentliche Ergebnisse vorlegen. Lloyds rutschte wegen hoher Schadensersatzzahlungen in die roten Zahlen. Der Skandal um den Verkauf unnötiger Restschuldversicherungen, der alle britischen Banken seit Jahren beschäftigte, ist jetzt aber fast komplett abgearbeitet.

Vermögensverwaltung im Aufwind

Wenngleich die unsichere Kapitalmarktlage derzeit auch die Ertragslage im Geschäft mit der Vermögensverwaltung belastet, profitierte das Geschäft bei vielen Banken von einem steigenden Neugeldzufluss. Laut einer aktuellen Studie von Credit Suisse, die sich auf das Geschäft mit der Vermögensverwaltung fokussiert hat, stellen sich die Aussichten weiterhin gut dar.

Demnach wird das globale Vermögen in den nächsten fünf Jahren um 27% auf rund 459 Bio $ wachsen. Länder mit geringen bis mittleren Einkommen machen 38% dieses Anstiegs aus, obwohl sie nur für 31% des aktuellen Vermögens stehen. Auch die Zahl der Millionäre soll bis 2024 deutlich auf 63 Mio. steigen.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Volker Gelfarth. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz