Amexco – Die Kreditkarten glühen wieder

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Trotz Gewinnplus im Quartal verkaufen die Anleger ihre Aktien. Denn der Gewinnanstieg verzerrt die tatsächliche Lage (Foto: Lemau Studios / Shutterstock.com)

Das Bezahlen mit Kreditkarte ist wieder „IN“ und verdrängt das Bargeld.

Im Zeichen der Finanzkrise und des knappen Geldes versuchten die Konsumenten den Überblick über ihre Konsumausgaben zu behalten und zahlten ihre Einkäufe vorwiegend in bar. Ging das Bargeld zur Neige, musste man eben strenger haushalten.

Doch nach und nach geben die Verbraucher nun ihre Zurückhaltung auf, es wird wieder über die Kreditkarte gekauft, man kauft wieder gerne auf Pump.

Muss in den europäischen Ländern der Einkaufssaldo meist am Monatsende in voller Höhe ausgeglichen werden, haben die Verbraucher in den USA die Wahl. Ausgleichen oder Zwischenfinanzieren, so das Angebot der Kreditkartenunternehmen.

Zweifache Einnahmen für die Kreditkartenanbieter

Und entscheidet sich der Karteninhaber für eine Zwischenfinanzierung, sprich Teilzahlung, verdienen die Unternehmen doppelt.

Zum einen an den Gebühren, die Händler für die Abwicklung des Zahlungsverkehrs an sie entrichten. Und zum anderen an den Zinsen, die sie den Karteninhabern für die Gewährung des kurzfristigen Kredites berechnen.

Und so verwundert es nicht, dass die großen US-Kreditkartenanbieter American Express und Visa in dieser  bzw. letzter Woche über steigende Umsätze und steigende Erlöse berichten.

Heute vor einer Woche berichtete die American Express Company (WKN 850226, Ticker AXP) über einen Nettogewinn von 1,41 Milliarden Dollar. Ein Gewinnplus von fünf Prozent, erzielt aus einem um 4% gestiegenen Umsatz.

Ein gutes Ergebnis, so das Unternehmen. Doch die Anleger sahen dies anders und verkauften erst einmal ihre Bestände. Daran hat sich bis heute nichts verändert, Zeit also für eine Point&Figure-Analyse.

Der Chart zeigt, mit den jüngsten Zahlen kippte der Trend, viele Verkäufer trafen auf wenige Käufer, die Kurse gaben nach.

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Der aktuelle Point&Figure-Chart der American Express-Aktie (Amexco) zeigt die stetige Aufwärtsbewegung des Kurses seit Anfang des letzten Jahres (grüne Trendlinie).

Mit dem Wissen, und dem Glauben, an die sich verbessernde Weltkonjunktur stieg die Erwartung der Anleger, die Kurse zogen sukzessive an.

Die vorletzte O-Säule im Chart zeigt, zuletzt kam die Aufwärtsbewegung ein wenig ins Stocken, man wollte nicht mehr „glauben“, sondern sehen, gute Zahlen nämlich.

Doch die jüngsten Zahlen enttäuschten, resultierten sie doch im Wesentlichen aus Preissteigerungen im Gebührenmodell. Um fünf Prozent zogen die Gebühren, die Händler an Amexco für die Erbringung der Dienstleistungsabrechnung  bezahlen mussten an.

Und grob vereinfacht gerechnet, relativieren sich die fünf Prozent Gewinnplus damit natürlich deutlich.

Kein Wunder, dass der Aktienkurs mit den Zahlen erneut den Rückwärtsgang einlegte und mit der letzten O-Säule das Point&Figure-Verkaufssignal von Mitte Juni (roter Kreis) bestätigte.

Meine Bull´s-Eye-Broker-Software (Anfragen dazu bitte per Mail an info@paf-trader.de) weißt mir nun ein Kursziel von 59,00 US-$ aus, wobei diese Marke knapp unter der aufsteigenden grünen Trendlinie  und exakt in einem horizontalen Unterstützungsbereich (grünes Rechteck) liegt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass wir diese tiefen Kurse tatsächlich sehen nimmt zu, sollte der laufende Kurs unter 71,00 US-$ fallen.

Im Gegenzug wird das derzeitige Verkaufssignal obsolet und sogar in ein Point&Figure-Kaufsignal gewandelt, wenn der Aktienkurs nun doch auf 79,00 US-$ und darüber steigt.

Sie sehen, beim aktuellen Kursstand von 75,00 US-$ eine Chance von 50% für jede der beiden Seiten.

Aber denken Sie bitte daran: Nach der Point&Figure-Charttechnik ist die Amexco-Aktie bearish, wir müssen also von tendenziell eher fallenden Kursen ausgehen.


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Von: René Neukirch. Über den Autor

René Neukirch, Jahrgang 1963, ist Händler. Parketthändler. Zumindest nannte man es damals, vor über 26 Jahre so. Mit nur 22 Jahren hatte er sich schon vom einfachen Bankkaufmann hochgearbeitet zum Parketthändler und ist seitdem der Leidenschaft Börse verfallen.