Analog Devices schluckt Maxim für 21 Mrd. USD

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In den USA kommt es zu einem Mega-Deal: Der Chiphersteller Analog Devices übernimmt den kleineren Mitbewerber Maxim für 21 Mrd. US-Dollar. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

In den USA bahnt sich ein Mega-Deal an: Der Chiphersteller Analog Devices Inc (ADI) aus Norwood/Massachusetts will seinen kleineren Mitbewerber Maxim Integrated Products Inc (Maxim) aus San Jose/Kalifornien für knapp 21 Mrd. US-Dollar (USD) übernehmen. Dies gaben beide Unternehmen gestern in einer gemeinsamen Presseerklärung bekannt.

Der Deal ist gemessen an seinem Volumen das größte Übernahmegeschäft, was bisher in diesem Jahr in den USA vereinbart wurde. Abgewickelt werden soll die Transaktion als reines Aktiengeschäft.

Reines Aktiengeschäft mit solider Übernahmeprämie

Maxim-Aktionäre sollen für jede ihrer Aktien 0,630 ADI-Stammaktien bekommen. Nach Abschluss der Transaktion werden die derzeitigen ADI-Aktionäre etwa 69% des kombinierten Unternehmens besitzen, während die Maxim-Aktionäre etwa 31% der Anteile halten werden.

Die Aktionäre von Maxim können mit der Offerte zufrieden sein: Das Angebot bewertet Maxim mit 78,43 USD pro Aktie und beinhaltet somit eine Prämie von etwa +22% im Vergleich zum Schlusskurs vom Freitag, dem letzten Börsentag vor Verkündung der Übernahme.

Die Übernahme von Maxim ist der größte Unternehmenskauf, den ADI jemals getätigt hat. Durch das Geschäft steigt ADI in die erste Liga der US-Halbleiterproduzenten auf. Mit einem Markt- bzw. Börsenwert von 68 Mrd. USD wird ADI zukünftig in Augenhöhe mit Texas Instruments, Qualcomm und Broadcom agieren können.

ADI will Produktpalette ausbauen

Beide Unternehmen passen gut zusammen, da sich ihre Geschäftsfelder nur wenig überschneiden. Durch die Übernahme von Maxim erhält ADI neue Standbeine in den Bereichen autonomes Fahren, Rechenzentren sowie 5G-Netzwerke.

ADI gehört neben Texas Instruments zu den Marktführern im Bereich der Herstellung analoger Halbleiter. Mit seinen Produkten konzentriert sich ADI bisher auf die Bereiche Industrie und Gesundheitswesen.

Im Bereich der integrierten Schaltkreise, in dem beide Unternehmen aktiv sind, dürften sich zusätzliche Synergien ergeben.

Dass die Erweiterung der Produktpalette für ADI ein wichtiger Grund für die Übernahme war, betont auch Vincent Roche, Präsident und CEO von ADI: „ADI und Maxim teilen die Leidenschaft für die Lösung der komplexesten Probleme unserer Kunden, und mit der größeren Breite und Tiefe unserer kombinierten Technologie und unserer Talente werden wir in der Lage sein, vollständigere und wegbereitende Lösungen zu entwickeln”.

Investoren reagieren positiv

Die Börse reagierte positiv auf die Übernahme-Ankündigung. Der Kurs der Maxim-Aktie legte mit +8,1% kräftig zu und ging am gestrigen Montag mit 69,29 USD aus dem Handel.

Auch die Papiere von ADI stiegen gestern um +5,8% und landeten beim Erklingen der Schlussglocke bei 117,25 USD. Dieser Anstieg deutet daraufhin, dass die Investoren die Übernahme begrüßen.

So geht es weiter

Aus der gemeinsamen Pressemitteilung von ADI und Maxim geht hervor, dass nach Abschluss der Transaktion zwei Direktoren von Maxim in den Verwaltungsrat von ADI aufgenommen werden, darunter der bisherige Präsident und CEO von Maxim, Tunç Doluca.

Es wird erwartet, dass die Transaktion im Sommer 2021 abgeschlossen werden wird. Zuvor müssen noch die Aktionäre beider Unternehmen dem Deal zustimmen. Auch die zuständigen Aufsichtsbehörden müssen das Übernahmegeschäft noch genehmigen.


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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