Analysten erwarten steigende Maispreise

Das vergangene Jahr war alles andere als ruhig für Mais-Investoren.

Unterm Strich notierte der Preis jedoch trotz hoher Volatilitäten am Jahresende weitgehend unverändert.

Für 2012 erwarten einige Analysten eine bessere Kursentwicklung.

So rechnen die Experten der Commerzbank für 2012 mit einem durchschnittlichen Maispreis von 690 Cent pro Scheffel. Trotz einer erwarteten Rekordernte für die Saison 2012/13 überwiegen die bullischen Faktoren.

Nach den neuen Schätzungen des US-Landwirtschaftministerium USDA dürfte in der neuen Saison zum sechsten Mal in Folge eine neue Rekordmenge geerntet werden. Die Schätzung geht von einem Anstieg auf 867,5 Millionen metrische Tonnen aus.

Dies entspricht einem Anstieg von 4,8 Prozent. Auf der anderen Seite sind die Lagerbestände seit 2000 um 34 Prozent gefallen. Für das neue Jahr wird mit einem erneuten Rückgang der globalen Vorräte um weitere 0,8 Prozent gerechnet.

Nach Einschätzung der Commerzbank werden die Belastungsfaktoren, die damit für Preissteigerungen positiv sind, die Rekordernte überkompensieren. So soll die Nachfrage für die Ethanolproduktion in den USA laut dem USDA im kommenden Jahr robust bleiben.

In der Saison 2010/11 war die Menge an Mais, die für die Ethanolproduktion eingesetzt wurden, erstmals größer als die Menge für die Futterproduktion.

Tatsächlich ist die Menge an Getreide, die weltweit für die Erstellung von Biosprit eingesetzt wird, seit 1980 um vierzig Prozent angestiegen. Dies betrifft natürlich vor allem den Mais, der in den USA primär für die Ethanolproduktion eingesetzt wird.

Bullische Belastungsfaktoren sollen erwartete Rekordernte überkompensieren

Zudem soll die Nachfrage aus Asien, vor allem aus China, aufgrund des dort steigenden Fleischkonsums weiter hoch bleiben. China ist der zweitgrößte Mais-Verbraucher der Welt. Kein Wunder:  Für die Produktion des in China so populären Schweinefleischs wird sehr viel Getreide als Futtermittel gebraucht.

In den vergangenen 20 Jahren hat sich in China der Fleischverbrauch bei der Stadtbevölkerung verdoppelt und bei der Landbevölkerung sogar verdreifacht. Besonders Schweinefleisch ist im Reich der Mitte beliebt.

Der Marktanteil von Schweinefleisch am chinesischen Fleischkonsum liegt bei alles überragenden 65 Prozent.

Oder anders ausgedrückt: Neunzehn Prozent der gesamten Weltbevölkerung leben in China. Aber fünfzig Prozent des weltweiten Schweinefleischkonsums kommt aus dem Reich der Mitte.

Doch für ein Pfund Schweinefleisch benötigt man 6,5 Pfund an Getreide. Rindfleisch liegt mit 7,0 Pfund sogar noch höher. Zum Vergleich: Für ein Pfund Hühnerfleisch braucht man nur 2,6 Pfund Getreide.

Im Zusammenhang mit dem Maispreis sollten Anleger auch nach Südamerika schauen. Dort gab es im Dezember eine wochenlange Trockenheit. Es wird also auch in 2012 spannend für den Maispreis bleiben.

10. Januar 2012

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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