Analysten sehen in diesem MDAX-Wert Europas Nr. 1

Der deutsche Aktienmarkt erholt sich weiter von den Kursrückgängen der vergangenen Woche. Heute notierten alle wichtigen Indizes bis in den Nachmittag hinein im Plus.

Dabei bewegten vor allem Branchen-Nachrichten und Analysten-Kommentare die Kurse. Im MDAX, in dem die mittelgroßen deutschen Unternehmen gelistet sind, trifft dies v. a. auf die Zalando-Aktie zu.

Während eine Branchen-Studie die Rolle von Zalando als Big Player im Online-Modegeschäft hervorhob, stärkte zusätzlich eine aktuelle Analysten-Meinung den Aktienkurs des Berliner Unternehmens.

Die Handels-Experten der australischen Investmentbank Macquarie urteilten erstmals über die Papiere des Online-Modehändlers. Ihr Ergebnis: Zalando sei ein „Outperformer“, die Aktie ein klarer Kauf.

Als Kursziel gaben die Australier 50 € an. Zur Begründung betonten sie, dass das Unternehmen unter den Online-Modehändlern die Nr. 1 in Europa sei.

Zudem sorge der Plattform-Service für andere Anbieter für zusätzliches Margen- und Rendite-Potenzial.

Starke Konzentration im Online-Handel

Die Rolle von Zalando unterstrich parallel auch die Studie „E-Commerce-Markt Deutschland 2016“, die heute vom Handelsforschungs-Institut EHI und dem Statistik-Online-Portal Statista veröffentlich wurde.

Demnach wird der Online-Handel in Deutschland immer stärker von wenigen großen Anbietern beherrscht.

Die drei größten Online-Händler Amazon, Otto und Zalando erzielten im vergangenen Jahr gemeinsam einen Umsatz von über 11 Mrd. € – das ist fast so viel wie die Shops auf den Rängen 4 – 100 zusammen.

Sie sehen: Der Konzentrations-Prozess im Internethandel läuft auf hohen Touren. Am Ende werden nur wenige Marktteilnehmer übrig bleiben – Zalando wird definitiv dazugehören.

Das belegen auch weitere Zahlen: 2015 erwirtschafteten die 100 größten E-Commerce-Händler einen Umsatz von 24,4 Mrd. €. Das ist ein Plus von rund 13% gegenüber 2014.

Zalando hingegen hat deutlich stärkere Wachstumsraten.

Ausgezeichnete Quartalszahlen

Zuletzt veröffentlichte Zalando Mitte August Zahlen: Im 2. Quartal stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum um gut 25% auf 916,4 Mio. € – gleichzeitig explodierte förmlich der Gewinn.

Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) sprang von 30 auf 81 Mio. €. Immer stärker macht sich die zunehmende Kosten-Effizienz bemerkbar.

Und ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht – im Gegenteil: Die Zahl der aktiven Kunden stieg Ende Juni auf die neue Rekordmarke von 18,8 Mio.

Kein Wunder, dass das Zalando-Management die Prognose für das Gesamtjahr anhob: 2016 soll die bereinigte operative Marge auf 4 – 5,5% (Vorjahr: 3,6%) steigen. Der Umsatz soll sich um bis zu 25% verbessern.

Das bedeutet, dass sich der operative Gewinn auf rund 200 Mio. € verdoppeln könnte.

Sie sehen: Die Analysen der Marktforscher und Investment-Banker spiegeln das tatsächliche Geschäft Zalandos sehr gut wieder.

20. September 2016

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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