Angst vor der Finanzkrise? Was dagegen spricht!

Anfang Januar sorgte Investoren-Legende George Soros auf einem Wirtschaftsforum in Sri Lanka für Aufregung:

Den weltweiten Finanzmärkten drohe eine Krise und Investoren sollten vorsichtig sein.

China kämpfe um Wachstum und die Abwertung des Yuan sorge für Probleme im Rest der Welt. Soros sah sich sogar an die Finanzkrise von 2008 erinnert.

Bekanntlich reagierten die Finanzmärkte anschließend äußerst nervös – allein der deutsche Leitindex DAX fiel von Jahresbeginn bis Mitte Februar um gut 18%.

Zwar legten die Kurse in den vergangenen Tagen deutlich zu – das Minus beläuft sich aber immer noch auf 10%.

Für zusätzlich gute Stimmung unter den Börsianern sorgte nun Felix Hufeld, Chef der Finanzaufsicht Bafin. Er sagte heute der „Süddeutschen Zeitung“, dass die Gefahr einer neuen Finanzkrise gering sei.

„Die derzeitigen Ausschläge an den Aktienmärkten spiegeln nicht die fundamentalen Fakten wider, so wie wir sie in den Bilanzen sehen“, erklärte Hufeld.

„Wir glauben nicht an eine krisenhafte Zuspitzung, die mit 2008 vergleichbar wäre.“ Das Finanzsystem stehe heute viel besser da als bei der jüngsten Finanzkrise.

Banken sind deutlich besser ausgestattet

Heute seien die Banken, so Hufeld, besser mit Kapital und Liquidität ausgestattet. Absolute Garantien gebe es aber nicht.

„Wir dürfen nicht vergessen, was das Herzstück des Finanzsystems ist: Vertrauen. Wir können Vertrauen nicht einfach herbeiregulieren, wir können nur die Bedingungen dafür schaffen.“

Das Marktumfeld sei derzeit „hypernervös“ – getrieben von einem irrationalen Herdentrieb.

„Da gibt es zum einen Marktteilnehmer, die ganz gezielt auf den Kursverfall wetten. Und dann gibt es welche, die generell besorgt sind wegen bestimmter makroökonomischer Indikatoren. Die harten Fakten aber weisen ganz eindeutig in eine positivere Richtung.“

Und wie auf Kommando lieferte heute zum Beispiel das Karriere-Netzwerk Xing sehr gute harte Fakten.

Nach dem höchsten Mitglieder-Zuwachs seiner Geschichte will das Unternehmen den Großteil seines 2015er-Gewinns an seine Aktionäre ausschütten:

Die Dividende steigt um 0,11 auf 1,03 € je Anteilsschein. Zudem sollen die Xing-Aktionäre eine Sonder-Ausschüttung von 1,50 € erhalten.

Xing mit Rekordzahlen

Im vergangenen Geschäftsjahr stieg der Umsatz von Xing nach vorläufigen Zahlen um 21% auf 123 Mio. € – hierfür sorgten in erster Linie die zahlenden Mitglieder der führenden Karriere-Plattform Europas.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um 1/4 auf 36,6 Mio. €.

Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 17,6 Mio. € – das ist fast eine Verdreifachung des Vorjahr-Ergebnisses, das aber aufgrund einer hohen Wertberichtigung niedriger ausgefallen war.

Mit der vorgesehenen Ausschüttung von insgesamt 14,2 Mio. € soll nun beinahe der komplette Gewinn an die Aktionäre gehen – für diese bleibt zu hoffen, dass Xing darüber hinaus die für das weitere Wachstum wichtigen Investitionen nicht versäumt.

Denn dann werden die harten Fakten auch wieder schlechter ausfallen.

22. Februar 2016

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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