Anhaltend schlechte Nachrichten aus der deutschen Wirtschaft

Die Flut schlechter Nachrichten von der deutschen Konjunkturfront reißt nicht ab. Aus der Industrie kamen jüngst überraschend schwache Daten. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

In deutschen Landen ist ja medial immer noch von einer starken und robusten konjunkturellen Lage die Rede. Anscheinend wird versucht, die schlechten Nachrichten nicht einmal zu ignorieren. Dennoch kamen in jüngster Vergangenheit mehr als nur ernüchternde Daten von der Konjunkturfront.

Rückläufige Exporte

Das Statistische Bundesamt mit Sitz in Wiesbaden teilte laut der Agentur Reuters jedenfalls mit, dass im Juli dieses Jahrs sowohl die Exporte als auch die Industrieproduktion völlig überraschend rückläufig waren. Und zwar trotz der Tatsache, dass schon in den Monaten zuvor die Ausfuhren zurückgingen. Die Exporte fielen um 0,9 Prozent zum Vormonat. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Wachstum von 0,2 Prozent gerechnet.

Darüber hinaus wurde bekannt, dass es auch bei der Industrieproduktion Probleme gab. Die Industrie stellte im Juli 1,9 Prozent weniger her als im Vormonat. Die gesamte Produktion – zu der auch noch Bau und Versorger gehören – schrumpfte um 1,1 Prozent. Auch hier hatten Ökonomen mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet.

Anhaltender Auftragsschwund

Ferner wurde bekannt, dass sich der Auftragsschwund in der deutschen Industrie zu Beginn der zweiten Jahreshälfte wegen der schwächer werdenden Auslandsnachfrage fortsetzte. Jedenfalls waren die Aufträge erneut rückläufig. Und zwar um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat Juni 2018. Für die große Heerschar der Beobachter kam dieser Rückgang völlig überraschend. Von Reuters befragte Ökonomen hatten einen Anstieg von 1,8 Prozent erwartet.

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Damit sind nun schon in sechs der sieben in 2018 erfassten Monate die Bestellungen rückläufig gewesen. Selbst das Ministerium in Berlin merkte an, dass sich die Auftragseingänge seit dem Beginn des Jahres 2018 merklich abgeschwächt hätten. Die Behörde betonte, dass die weltweiten Verunsicherungen durch Handelskonflikte eine Rolle gespielt haben.

Darüber hinaus gebe es Engpässe bei der Zulassung neuer Autos wegen strengerer Abgasregeln. Dadurch seien die Bestellungen von Fahrzeugen gesunken. Insbesondere die schwelenden Handelskonflikte der USA und die stockenden Brexit-Verhandlungen sorgen in der Industrie für Unsicherheit, das meint laut Reuters jedenfalls Sophia Krietenbrink vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag.

Ja, liebe Leser, unter dem Strich gingen die neuen Bestellungen im Juli aus dem Ausland um 3,4 Prozent zurück. Die Aufträge aus der Euro-Zone fielen dabei um 2,7 Prozent, die aus dem Rest der Welt um 4,0 Prozent. Die Zeiten für die deutsche Industrie werden jedenfalls nicht einfacher. Und damit dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, ehe auch in deutschen Landen massenmedial diese eklatante Schwächephase ganz oben auf die Agenda kommen wird…


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.