Anheuser-Busch InBev braut Biere aus aller Welt

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Neben dem Flaggschiff Budweiser zeichnet der Konzern weltweit für über 200 Bier-Marken verantwortlich. Viele dieser Marken gehören in den jeweiligen Ländern zu den Zugpferden. (Foto: Casimiro PT / shutterstock.com)

Wenn es um starke Marken geht, spielen insbesondere Getränke-Konzerne eine wichtige Rolle.

Einer dieser Konzerne ist der Bierbrauer Anheuser-Busch InBev aus Belgien. Neben dem Flaggschiff Budweiser zeichnet der Konzern weltweit für über 200 Marken verantwortlich. Viele dieser Marken gehören in den jeweiligen Ländern zu den Zugpferden.

Allein in Deutschland gehören Beck’s, Franziskaner Weißbier, Hasseröder, Diebels, Löwenbräu oder Spaten zu Anheuser-Busch InBev.

Im vergangenen Geschäftsjahr steigerte der Konzern seinen Umsatz um 1,8% auf 39,8 Mrd. $. Der Gewinn konnte sogar überproportional um 12,6% auf 4,53 $ je Aktie verbessert werden.

Die Aktionäre wurden mit einer um 45% auf 2,24 $ je Aktie erhöhten Dividende am Geschäftserfolg beteiligt. Dies wurde allerdings teilweise über eine höhere Ausschüttungsquote erreicht, die 2012 bei knapp 50% lag.

Solide Marktstellung in den USA und Lateinamerika

Mit einem Börsenwert von mehr als 140 Mrd. $ ist InBev die Nummer eins der Bierbrauer weltweit. Dies bestätigt auch ein Blick auf die Märkte, auf denen die Großbrauerei tätig ist.

Die wichtigsten Märkte für Anheuser-Busch InBev sind Nordamerika und Lateinamerika. Insgesamt werden dort mehr als 80% der Gewinne des Konzerns eingefahren. Westeuropa trägt mit 7,3% nur geringfügig zum Erfolg des Unternehmens bei.

Zentral- und Osteuropa oder die Asien- Pazifik-Region tragen kaum etwas zum Gewinn bei.

Der Marktführer freut sich in erster Linie über Fortschritte in den USA, Brasilien und China. Während die nackten Zahlen die Marktstellung in den USA oder Brasilien bestätigen, spielt Anheuser- Busch-InBev in China gemessen am weltweiten Umsatz bislang kaum eine Rolle.

Dies soll sich aber ändern. 2012 kaufte der Bierkonzern in China 4 Brauereien. Weitere Brauereien sollen in den kommenden Monaten gebaut und eröffnet werden.

Anheuser-Busch InBev will im Premium-Segment wachsen

Maßgeblich für Anheuser-Busch InBevs Strategie in China sind Investitionen im Premium-Segment. Dort verspricht sich der Konzern deutlich höhere Wachstumsraten als im Standard-Segment.

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Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 will das Unternehmen in Brasilien die Kapazitäten weiter erhöhen, um von seiner ohnehin schon soliden Marktstellung noch stärker zu profitieren.

Die jüngsten Quartalszahlen zeigen bislang noch keine Belebung der Umsätze in Schwellenländern außerhalb Lateinamerikas.

Somit zeigt sich für Anheuser-Busch InBev ein Dilemma: Der Konzern ist auf gesättigten Märkten wie den USA gut aufgestellt und kann dort die Stärken seiner Marken optimal ausspielen.

Das Manko: Hohe Wachstumsraten sind auch aufgrund demografischer Faktoren nicht zu erwarten. Anders sieht es dagegen in Asien aus.

Dort wächst die Bevölkerung und gleichzeitig orientieren sich die Konsumenten an westlichen Gewohnheiten. Eigentlich ein optimales Umfeld für einen Bier-Konzern, doch will das Wachstum in diesen Hoffnungsregionen bislang nicht gelingen.

Asien-Geschäft trübt die Stimmung

Dennoch schätzen wir die bisherige Strategie des Konzerns als richtig ein: Anheuser-Busch InBev ist bekannt dafür, regional starke Marken mit einer festen Kundenbindung aufzukaufen und diese dann in den bestehenden Konzern zu integrieren.

Der Konzern selbst nennt die straffe Kostenstruktur im Unternehmen als eine seiner Stärken. Bei der Übernahme anderer Brauereien gelingt es deshalb häufig, Spar-Potenziale zu heben.

Erst kürzlich unterbreitete das Unternehmen ein Angebot für die Komplett-Übernahme der mexikanischen Corona- Brauerei in Höhe von 20 Mrd. $. Diese Akquisitionsstrategie muss Anheuser auch in Asien weiter umsetzen, um dort Wachstum generieren zu können.

Fazit

Das Qualitätsunternehmen ist mit einem KGV von 17,5 gemessen an konservativ geschätzten Gewinnzahlen für 2013 in Höhe von 4,90 $ je Aktie nicht zu teuer.

Positive Nachrichten aus Asien könnten den Kurs beflügeln. Für langfristig orientierte Anleger ist die Aktie ein Kauf.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.