Anlagestrategie: Klein schlägt groß

Wie die meisten von Ihnen sicher wissen, befand ich mich am vergangenen Freitag und Samstag auf der IINVEST in Stuttgart. Dabei handelt es sich um die größte Anlegermesse in Deutschland.

Dieses Jahr waren dort an beiden Veranstaltungs-Tagen knapp 12.000 Besucher – das verdeutlicht die Wichtigkeit dieser Veranstaltung.

Wie bereits in den Vorjahren, so durfte ich dort auch in diesem Jahr wieder einen Vortrag halten, in dem ich meinen Investment-Ansatz vorgestellt habe:

auf Mittelständler aus dem deutschsprachigen Raum zu setzen.

Diesen Vortrag möchte ich hier kurz für Sie zusammenfassen:

Warum ich auf deutschsprachige Mittelständler setze

Zunächst einmal dürfte Ihnen bekannt sein, dass der deutsche Mittelstand das Rückgrat der heimischen Wirtschaft ist.

Fast die Hälfte aller globalen Hidden Champions (heimliche Weltmarktführer) ist in Deutschland ansässig (rund 1.300 von rund 2.700).

Zudem liegen Österreich und die Schweiz, was die Anzahl der Hidden Champions je 1 Mio. Einwohner angeht, zusammen mit Deutschland unter den ersten 4 Ländern der Welt.

Deutschland liegt klar auf Position 1, daher ergibt an dieser Stelle die Fokussierung auf den deutschsprachigen Raum absolut Sinn.

Hinzu kommt, dass ich mich bei deutschen Firmen in meiner Muttersprache mit dem Management austauschen und auch die Geschäftsberichte in deutscher Sprache lesen kann, was für mich vieles einfacher macht.

Mittelständler mit klarer Outperformance gegenüber Großkonzernen

Kommen wir nun zur Performance: Hier lässt sich grundsätzlich sagen, dass klein groß schlägt.

Das möchte ich Ihnen jetzt am Beispiel eines Performance-Vergleichs zwischen dem Mittelstands-Index MDax und seinem großen Bruder, dem DAX, verdeutlichen:

In den vergangenen 15 Jahren kommt der DAX auf eine Performance von 123%.

Das ist zwar ein recht ordentlicher Wert, doch dieses Ergebnis wird von der Performance des MDax im selben Zeitraum deutlich übertroffen.

Denn der MDax kommt im 15-Jahres-Zeitraum auf ein Plus von 433%. Damit ist der MDax in diesem Duell der klare Punktsieger.

Übrigens: Auch der nächstkleinere Index, der SDax, schlägt den DAX in Sachen Wert-Entwicklung in den vergangenen 15 Jahren deutlich (wenn auch nicht ganz so klar wie der MDax).

Warum die Kleinen die Großen schlagen

Kommen wir abschließend noch zu der Frage, warum die Kleinen die Großen schlagen:

Einer der Gründe ist, dass viele kleine und mittelgroße Firmen sehr erfolgreich in Nischenmärkten unterwegs sind, in denen sie eine marktführende Stellung haben und hohe Gewinnmargen erzielen (Stichwort: Hidden Champions).

Zudem sind viele kleine und mittelgroße Unternehmen familien- bzw. inhabergeführt, was i. d. R. zu einer hohen Identifikation sowie zu einem Denken in Generationen und nicht in Quartalen führt.

Langfristiges Denken führt in den meisten Fällen auch zu langfristigem Erfolg, und der ist mir an der Börse besonders wichtig, da mein Investment-Ansatz mittel- bis langfristig ausgerichtet ist.

12. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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