Anlegen mit starken Marken

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Brause oder Smartphone? Anleger, die auf starke Marken setzen wollen, sollten sich entscheiden! (Foto: Denys Prykhodov / Shutterstock.com)

Je stärker die Marke, desto besser auch die Aktie. Dass Anleger mit starken Marken gute Gewinne erwirtschaften können, ist hinreichend bekannt. Jedes Jahr wird von der US-Beratungsfirma Interbrand eine Liste der wertvollsten Marken veröffentlicht.

In diesem Jahr gab es eine Überraschung. Coca-Cola ist nicht mehr die Nummer eins. Jahrelang war der Brausehersteller, der seit Jahrzehnten wie kaum ein anderes Unternehmen die amerikanische Kultur verkörpert, die Nummer eins. Jetzt wurde er überholt – von den US-Unternehmen Apple und Google.

Apple und Coca-Cola im Vergleich

Müssen Anleger, die bislang auf Coca-Cola gesetzt haben, jetzt umdenken und Technologie-Aktien kaufen? Wir raten dazu, die Studie der Marktforscher nicht zu überbewerten. Schauen wir uns beide Unternehmen doch einmal genauer an.

Coca-Cola ist der weltgrößte Hersteller von Softdrinks und kontrolliert rund 50% des Weltmarkts für alkoholfreie Erfrischungsgetränke. Der Konzern vertreibt 500 verschiedene Marken und 3.500 Produkte in 200 Ländern, darunter vier der fünf weltweit bekanntesten Getränkemarken (Coca-Cola, Fanta, Sprite und Schweppes). 2013 liegt die Dividenden-Rendite der Aktie bei 2,6%, das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 18,4.

Und Apple? Apple Inc. designt, produziert und vermarktet PCs und Server sowie Hard-/Software und Kommunikationslösungen. Kundenzielgruppen sind primär die Bereiche Bildung, Konsum, Unternehmen. Die Produktpalette umfasst Desktop-Geräte (Macintosh, iMac), Notebooks (iBooks, Titanium), Peripheriegeräte sowie Multimediageräte und -Handys (iPod, iPad, iPhone).

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Apple-PCs und das Mac OS X halten eine Sonderstellung im Wintel-Markt (Microsoft-Windows und Intel). Vor allem der Siegeszug durch iPod und später iPhone und iPad haben Apple inzwischen zur stärksten Marke der Welt gemacht. Die Dividendenrendite liegt bei 0,5%, das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 12,2.

Coca-Cola auch in 20 Jahren ein tolles Produkt

Vergleicht man die Produkte von Apple und Coca-Cola, so fällt auf, dass Apple als Anbieter von hochpreisiger Unterhaltungselektronik es viel schwerer hat, Käufer zu finden. In Schwellenländern greifen Kunden verstärkt zu Smartphones und Tablets mit Android-Betriebssystem. Auch wohlhabende Kunden entziehen sich immer mehr dem Apple-Hype und setzen auf Produkte, die bei gleicher Leistung etwas günstiger sind.

Elektronik-Gadgets sind inzwischen zu einem Alltags-Produkt geworden. Ein Luxusgut, mit dem man repräsentieren kann, sind Smartphones schon lange nicht mehr. Aus diesem Grund gerät auch der Gewinn von Apple zunehmend unter Druck. Ganz anders dagegen Coca-Cola – die preiswerte Dose kann sich jeder leisten und sie hat auch nach vielen Jahren noch nichts von ihrer Anziehungskraft verloren.

Während Apple seine Markenmacht dem schnelllebigen Geschäft mit Elektronik verdankt, ist es bei Coca-Cola mehr oder weniger die selbe Dose, die seit Jahren Kunden anlockt. Als langfristiges Investment ziehen wir Coca-Cola daher vor und glauben fest daran, dass die süße Brause auch in 20 Jahren noch getrunken wird.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.