Anleger nehmen Gewinne mit – und was passiert jetzt?

Nach Wochen mit steigenden Kursen ist der Start in die neue Börsenwoche missglückt.

Viele Anleger nahmen heute Gewinne mit und sorgten so an breiter Front für fallende Kurse.

Federn lassen musste vor allem Covestro. Die Aktie der Bayer-Tochter fiel zeitweise um über 3%.

Dabei präsentierte Covestro heute Vormittag starke Quartals-Zahlen:

Dank geringerer Rohstoff-Kosten und einer soliden Nachfrage verdiente das Unternehmen in den ersten drei Monaten des Jahres unter dem Strich 182 Mio. € – im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum ein Zuwachs um mehr als die Hälfte.

Analysten hatten im Vorfeld mit deutlich weniger gerechnet. Wermutstropfen: Der Umsatz sank wegen niedrigerer Preise um fast 6% auf 2,87 Mrd. €.

Prognose bestätigt

Konzernchef Patrick Thomas bestätigte für das Gesamtjahr die Prognosen:

Er geht weiterhin von einem Mengen-Wachstum im mittleren 1-stelligen Prozent-Bereich aus – zumal der Konzern laut eigener Aussage auch gut in das 2. Quartal gestartet ist.

V. a. die Nachfrage in der Auto-, Bau- und Bekleidungs-Industrie stimmt. Zudem positiv: Das Geschäft auf dem chinesischen Markt entwickelt sich deutlich positiver als erwartet.

Schließlich gefällt mir auch, dass in allen 3 Segmenten – die Produkt-Palette umfasst Rohstoffe für Polyurethan-Schaumstoffe, den Hochleistungs-Kunststoff Polycarbonat sowie Vorprodukte für Farben, Lacke, Kleb- und Dichtstoffe – der operative Gewinn stieg.

Wilde Berg- und Talfahrt

Erst seit Anfang Oktober 2015 ist Covestro an der Börse notiert – der Börsengang zählte zu den größten IPOs in Deutschland seit Jahren.

Der Kunststoff-Spezialist war Teil des Bayer-Konzerns und firmierte unter dem Dach der Leverkusener als „Bayer Material Science“. Noch besitzt Bayer rund 64% der Covestro-Anteile.

Seit dem Börsengang legte die Aktie eine wahre Berg- und Talfahrt hin. Nach einem schwachen Börsen-Debüt fiel sie zunächst um gut 8% auf ein Tief bei 24,50 €.

Doch noch im Oktober startete die Aktie eine Aufholjagd, die erst Anfang Dezember beim Allzeithoch von 34,90 € endete.

Die danach einsetzende allgemeine Börsen-Schwäche drückte das Papier dann auf 25,48 €.

Anschließend ging die Achterbahnfahrt wieder in die andere Richtung: Letzte Woche kratze die Aktie das Allzeithoch bei 34,90 €.

Nun sind die Analysten gespannt, ob die Fahrt wieder bergab geht. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 13 und der zwar verhaltene, aber dennoch positive Ausblick von heute könnten eine erneute Talfahrt verhindern.

25. April 2016

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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