Anleger schichten um – nur: wohin?

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Dax und Ölpreis im Keller, Anleger verunsichert – wohin mit dem Geld? Staatsanleihen boomen, fressen das Kapital aber auf. (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

Corona-Panik allerorten – doch was können Anleger jetzt tun?

Italien riegelt weite Teile seiner nördlichen Regionen ab, betroffen sind auch beliebte Metropolen wie Mailand oder Venedig. Der Tourismus – einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes – kommt nahezu vollständig zum Erliegen.

Großveranstaltungen werden abgesagt, Messen verschoben, in Deutschland wird über Absagen oder Publikumsausschlüsse bei Fußballspielen und Co. diskutiert. Die Stimmung ist aufgeheizt, die Welt im Ausnahmezustand.

Besonders deutlich zeigt sich das auch in dieser Woche mit Blick auf die Märkte: Zum Wochenauftakt liegt der Dax 7 Prozent im Minus, der Ölpreis bricht um ganze 30 Prozentpunkte ein. Massenweise flüchten Anleger aus Aktien und schichten ihr Kapital um – doch wohin jetzt eigentlich mit dem Geld?

Staatsanleihen als Kapitalvernichter

Als beliebt erweisen sich Staatsanleihen von soliden Volkswirtschaften. Solche von der Bundesrepublik sind begehrt, doch auch bei US-Anleihen greifen Anleger zu. Besonders lukrativ ist das dieser Tage nicht, die Rendite ist negativ. Das bedeutet: Anleger zahlen sogar Geld dafür, den Staaten Kapital leihen zu dürfen. Unterm Strich machen sie damit Minus, allerdings befürchten sie an den Aktienmärkten noch größere Verluste, sodass der Kapitalverlust durch Staatsanleihen zumindest als kalkulierbares „Risiko“ erscheint.

Einen deutlichen Sprung nach oben macht zudem auch der Goldpreis: In den vergangenen drei Monaten legte der Preis je Feinunze des begehrten Edelmetalls um rund 15 Prozentpunkte zu, auf Jahressicht liegt das Plus bei knapp 30 Prozent. Damit nähert sich der Goldpreis der Marke von 1.700 Dollar je Feinunze.

Goldpreis nahe Allzeithoch

Bereits jetzt ist das Edelmetall höher bewertet als in den vergangenen fünf Jahren. Lediglich im Zuge der Finanzkrise um 2011 erreichte der Goldpreis noch höhere Sphären, doch auch die scheinen allmählich in realistisch greifbare Nähe zu rücken.

Zwar vermuten einige Beobachter, dass es beim Dax auf absehbare Zeit wieder aufwärts gehen könnte, immerhin bieten sich derzeit vergleichsweise günstige Einstiegskurse. Angesichts der anhaltenden Verunsicherung durch die Coronakrise und die nun neu aufgeflammte Ölkrise dürfte es allerdings noch eine Weile dauern, bis die Gegenbewegung einsetzt.

Aktien: Nur wenige Branchen halten sich wacker

Zurzeit scheint es nur eine Tendenz zu geben: Raus aus den Aktien. Einigermaßen stabil halten sich momentan nur wenige Einzelwerte aus Branchen, die von Corona profitieren, beispielsweise Hersteller von Hygieneartikeln wie Beiersdorf oder Procter & Gamble. Zwar verzeichnen auch ihre Aktien inzwischen Verluste, diese fallen aber weniger dramatisch aus als in den meisten anderen Wirtschaftszweigen.

Als Privatanleger ist aktuell jedenfalls Vorsicht geboten, die Kursverluste sind aller Voraussicht nach noch nicht vorbei. Da können selbst die wegen der Niedrigzinsen lang verschmähten Tagesgeldkonten wieder als attraktive Alternative erscheinen: Sie gleichen zwar die Inflationsrate nicht aus, sind als Kapitalvernichter aber wesentlich harmloser als andere Anlageformen dieser Tage.

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Gold wird weiter fallen: An diesem Punkten können Sie einkaufen gehen!1.640 US-Dollar wäre ein idealer Einstieg für die nächste Aufwärtsbewegung. Wenn wir Fibonacci fragen und Ziele projizieren, landen wir bei 2.260 bzw. 2.506 US-Dollar. › mehr lesen


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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