Annington dämpft Übernahme-Spekulationen um LEG und Deutsche Wohnen

Durch die Immobilienbranche rollt nun schon seit über einem Jahr eine große Übernahme-Welle. Mehrere Milliardendeals im Bereich der Wohnimmobilien wurden abgeschlossen und zuletzt nahm auch die Übernahme-Aktivität im Bereich Gewerbe-Immobilien Fahrt auf.

Das eröffnet zwangsläufig Spekulationen: Wer ist der nächste Übernahme-Kandidat in der Branche und wer ist potenzieller Käufer? Auf der Käuferseite wird sicher die Deutsche Annington stehen. Der Übernahme-Hunger des 13 Mrd. Euro schweren MDAX-Konzern ist trotz diverser Deals noch nicht gestillt.

Kein Wunder, hat die Deutsche Annington doch gute Erfahrung mit Übernahmen gemacht. Dank der Gagfah-Übernahme konnte der Gewinn zuletzt verdoppelt werden. Inzwischen ist das Unternehmen so groß, dass es sich berechtigte Hoffnung einen DAX-Einzug machen kann.

Deutsche Wohnen verstärkt Übernahme-Spekulationen

Während also klar ist, dass der größte in Deutschland gelistete Immobilienkonzern auf der Käuferseite steht, ist die Frage nach den möglichen Zielen schon schwieriger. Heiß spekuliert wurde seit geraumer Zeit, dass der Branchenprimus sich entweder den Konkurrenten LEG Immobilien oder die Nummer Zwei der Branche, Deutsche Wohnen, schnappen könnte.

Letzterer hatte ein Stück weit die Übernahme-Spekulationen verstärkt. Aus Kapitalmarktsicht könne ein Zusammengehen sinnvoll sein, sagte Deutsche Wohnen-Chef Michael Zahn im Juni dem Handelsblatt.

Deutsche Annington will zu starke räumliche Konzentration vermeiden

Das Deutsche Wohnen-Szenario und auch das LEG-Szenario haben jedoch heute einen Dämpfer erhalten. In einem Interview verwies der Deutsche Annington-Chef Rolf Buch darauf, dass eine Übernahme sowohl des einen als auch zu des anderen, zu hoher regionaler Konzentration führen würde.

Das ist allerdings genau das, was das Unternehmen verhindern will. Die Deutsche Annington strebt ein deutschlandweit ausgeglichenes Portfolio an. Im Falle einer Deutsche Wohnen-Übernahme wäre eine zu hohe Konzentration auf Berlin, bei LEG wäre die Konzentration auf Nordrhein-Westfalen zu hoch.

Immobilien-Aktien trotz gedämpfter Spekulationen gesucht

An der Börse ließen sich die Investoren von der Neuigkeit nicht den Tag verderben. In einem sehr freundlichen Umfeld legt die Aktie der Deutschen Wohnen bis zum Mittag um rund 1,5% zu. Das Papier ist im Gegensatz zu den Branchenkollegen sehr gut durch die Marktturbulenzen gekommen und notiert nicht einmal 10% unter dem Jahreshoch.

Ebenfalls aufwärts geht es mit der Aktie des kleineren Rivalen LEG Immobilien. Am Mittag notiert das Papier etwa 2% fester, wenngleich die Aktie etwa 15% unter Jahreshoch liegt.

Die jüngsten Kursrücksetzer bei quasi allen Immobilien-Aktien sollten nicht überbewertet werden. Gerade wenn eine deutsche Immobilien-Aktie aufgrund schwacher Wirtschaftsdaten in Fernost sich verbilligt, sollte hinterfragt werden, inwiefern das gerechtfertigt ist.

Fakt ist, dass die Nachfrage nach Immobilien sehr hoch ist, die Zinsen bis auf weiteres im Keller bleiben und eine Übernahme-Welle durch die Branche rollt. Gute Gründe warum etwa eine LEG oder Deutsche Wohnen kaufenswert sind auch wenn die Übernahme-Spekulationen jetzt einen Dämpfer erhalten haben.

27. August 2015

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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