Ansys: Markführer für Simulationssoftware bringt Übernahme unter Dach und Fach

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Ansys-Aktie: Weltmarktführer für Simulationssoftware bringt Übernahme in trockene Tücher. Nach starkem Jahresauftakt schraubt Ansys Prognose nach oben (Foto: NicoEINino / shutterstock.com)

Bei dem US-Konzern Ansys laufen die Geschäfte auf Hochtouren. Die Simulationssoftware findet in immer mehr Industriebereichen Anwendung. Nach starkem Wachstum will der Konzern jetzt auch mit Übernahmen seine Marktstellung zementieren. Der Aktienkurs hat mit 171 Dollar gerade ein neues Rekordniveau erreicht.

Ansys: Unangefochtener Marktführer aus den USA

Wenn Sie Unternehmen aus dem Bereich Simulations-Software suchen, werden Sie ziemlich schnell über den US-Konzern Ansys stolpern. Das ist auch nicht verwunderlich. Denn der 1970  gegründete Betrieb mit über 2.800 Mitarbeitern in 40 Ländern ist der mit Abstand größte unabhängige Player auf diesem Gebiet. Auf den Umsatz bezogen ist Ansys dreimal so groß wie der nächste Wettbewerber.

Simulations-Software setzt sich immer stärker durch

Ansys entwickelt, vermarktet und unterstützt Software-Lösungen für die Design-Analyse und die Optimierung. Die Software des Unternehmens verkürzt die Zeit bis zur Markteinführung eines Produkts, senkt die Produktionskosten, verbessert die Engineering-Prozesse und optimiert die Qualität und Sicherheit. Die Produkte von Ansys zeichnen sich durch eine offene und flexible Architektur für die einfache Integration aus. Dabei ist die Software der Firma mittlerweile stark verbreitet. Bei 97 der Top 100 Fortune 500 Industrie-Unternehmen ist der Konzern zertifiziert.

Die Einsatzbereiche der 3D-Simulations-Software sind ausgesprochen vielfältig: Ob im Maschinen- und Anlagenbau, Automobil-, Schiff- und Schienenfahrzeugbau, in der Medizintechnik oder Luft- und Raumfahrt, überall findet sie Anwendung. Insgesamt verfügt Ansys über einen weltweiten Bestand von immerhin 45.000 Kunden.

Beeindruckende Erfolgsgeschichte

Dass man mit der Software auch Geld verdienen kann, zeigt Ihnen ein Blick in die vergangenen Bilanzen: Seit 2002 kletterten die Erlöse von 91 auf 1,09 Milliarden Dollar im zurückliegenden Geschäftsjahr. Mittlerweile liegt der Anteil der wiederkehrenden Erlöse bei 78%. Ansys produzierte in keinem Jahr Verluste. Zuletzt erzielte der Software-Spezialist einen Jahresgewinn von 259 Millionen Dollar. Das entspricht einer Gewinnmarge von 23,67%. Für Sie zur Informationen: Seit 2009 lag die Gewinnmarge nie unter der 23%-Marke.

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Optis-Übernahme in trockenen Tüchern

Zuletzt hat Ansys neben organischem Wachstum auch bei Übernahmen wieder einen Gang nach oben geschaltet und den französischen Konzern Optis geschluckt. Optis entwickelt Software zur Simulation von Licht und menschlichem Sehen, dazu gehört auch eine fotorealistische Virtual-Reality- und Closed-Loop-Simulationsplattform. Zu den Kunden des französischen Unternehmens zählen unter anderem die Automobilhersteller Audi, Ferrari, Ford und Toyota.

In Kombination mit Ansys-Lösungen soll eine möglichst realistische Simulation der Umgebung für die Entwicklung des automatisierten Fahrens angeboten werden. Durch die Erweiterung des Ansys-Portfolios entsteht eine umfassende Sensorlösung für den Markt, die sichtbares Licht und Infrarotlicht, Elektromagnetik und Akustik für Kameras, Radar und Lidar umfasst.

Starker Jahresauftakt – Firmenchef schraubt Prognose nach oben

Auch im ersten Quartal hielt der positive Trend weiter an. Mit einem Umsatzwachstum von 11,7% auf 283,3 Millionen Dollar lag Ansys sowohl über den Analystenschätzungen (276,5 Millionen Dollar) als auch über der eigenen Planung (261-281 Millionen Dollar). Dabei waren 78% der Umsätze wiederkehrender Natur.

Der Gewinn je Aktie kletterte auf 1,20 Dollar und lag damit ebenfalls deutlich über den Erwartungen. Sie müssen wissen: Die Analyten waren im Vorfeld lediglich von 1,06 Dollar Gewinn je Anteilsschein ausgegangen. Auf Grund des positiven Jahresauftakts hat der Softwarekonzern seine Jahresplanung angehoben. Bei einem Umsatz von 1,197 bis 1,262 Milliarden Dollar (alt: 1,152-1,232 Mrd. Dollar) soll nun ein Gewinn von 4,60 bis 5,08 Dollar je Aktie (alt: 4,41-5,04 Dollar) erreicht werden.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.