Apple Aktie soll 60 Prozent steigen: Hier die Gründe

Glaubt man einer aktuellen Studie von Goldman Sachs, steht Apple am Beginn eines grundlegenden Transformationsprozesses – weg vom Hardwareanbieter, hin zum Servicedienstleister. Was bedeutet das für die Aktie? (Foto: Francesco Marino - Fotolia)

Steht Apple vor einer gigantischen Transformation? Das zumindest legt eine aktuelle Studie von Goldman Sachs nahe. Die Analystin Simona Jankowski sieht massives Wachstumspotenzial für das Unternehmen – und für seine Aktie.

Es ist kein Geheimnis, dass die Apple-Aktie in Finanzkreisen als unterbewertet gilt, obwohl der iPhone-Hersteller bereits seit geraumer Zeit die Liste der wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt anführt.

Goldman sieht 60 Prozent Kurspotenzial

Ein so gewaltiges Kurspotenzial, wie es die besagte Goldman-Studie sieht, lässt allerdings aufhorchen. Bis zu 60 Prozent Kurszuwachs sollen drin sein, das Kursziel liegt bei 163 US-Dollar. Zuletzt wurde das Papier für rund 98 Dollar gehandelt.

Doch nicht nur der Aktienkurs soll kräftig zulegen, sondern auch der ohnehin bereits glänzende Umsatz des Konzerns.

Wie das gehen soll in einem allmählich langsamer wachsenden Smartphone-Markt? Ganz einfach: Apple wechselt das Metier. Glaubt man der Goldman-Analystin, wird sich der Fokus bei Apple in Zukunft verschieben.

Vom Hardwareanbieter zum Servicedienstleister?

Anstelle der Stückzahl verkaufter Hardware-Produkte wie iPhones oder iPads werden Service-Leistungen in den Mittelpunkt rücken. Es geht nicht länger darum, neue Kunden zu gewinnen oder bestehenden Kunden jährlich die neueste Gerätegeneration zu verkaufen – das läuft natürlich parallel weiter, doch auch die treue Apple-Fangemeinde ist mehrheitlich nicht so gut betucht, dass sie sich jedes neue Produkt gleich zur Marktplatzierung leisten kann oder will.

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Stattdessen soll sich Apple künftig stärker an seine Bestandskunden richten und mit ihnen (noch mehr) Geld verdienen – nicht über Hardware, sondern über Software und Service. Jankowski geht davon aus, dass Apple ins lukrative TV-Geschäft einsteigen und sich hier etablieren wird – Gerüchte dieser Art existieren bereits seit Jahren, bislang ist noch nicht viel passiert.

Viele potenzielle Angebote bereits etabliert

Doch selbst wenn dieser Bereich weiterhin nicht zum Kerngeschäft werden sollte: Bereits jetzt hat der Kultkonzern zahlreiche Dienste erfolgreich etabliert, über die sich Geld mit Bestandskunden verdienen lässt, etwa über monatliche Gebührenzahlungen.

Zu denken wäre etwa an iTunes, Apple Music oder auch den App Store, aber auch den vergleichsweise neuen Bezahldienst Apple Pay. Es gibt zahlreiche Schnittstellen, an denen Apple gebührenfinanzierte Dienstleistungen etablieren kann.

Gelingt dies, könnte der durchschnittliche Umsatz je Kunde deutlich steigen: von derzeit rund 42 Dollar auf bis zu 153 Dollar pro US-Kunde und Monat schon in wenigen Jahren. Der Durchschnittsumsatz für Kunden aus anderen Ländern läge dann bei geschätzten 50 Dollar pro Monat, so die Kalkulation von Goldman Sachs.

Der Transformationsprozess, so er denn tatsächlich kommt, steht noch relativ am Anfang. Fest steht, Apple muss sich etwas einfallen lassen, um den allmählich gesättigten Smartphone-Markt und das damit verbundene langsamere Wachstum der bislang wichtigsten Sparte zu kompensieren, wenn die Einschätzung gerechtfertigt bleiben soll, dass das wertvollste Unternehmen der Welt doch noch ziemlich unterbewertet ist.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.