Apple-Aktie: Milliarden-Etat für eigene Hollywood-Produktionen

Apple will mit Eigenproduktionen Streaming-Größen wie Netflix angreifen. Anleger greifen bei der Apple-Aktie wieder vermehrt zu. (Foto: Lester Balajadia / shutterstock.com)

Das iPhone wird in diesem Herbst 10 Jahre alt.

Fans, Analysten und Aktionäre fiebern der Jubiläums-Edition entgegen, mit der entsprechend hohe Erwartungen verknüpft sind.

Doch neben der Vorfreude auf die neueste Generation des Kassenschlagers schwingt immer wieder auch diese sorgenvolle Frage mit:

„Was hat Apple eigentlich jenseits des iPhones zu bieten?“

Wie stehen die Chancen für den Kult-Konzern und seinen Aktienkurs, wenn die Mutter aller Smartphones, wie wir sie kennen, irgendwann nicht mehr zieht?

Eine nicht ganz unberechtigte Frage, immerhin steuert das iPhone nach wie vor den Löwen-Anteil zu Umsatz und Gewinn von Apple bei.

Der Erfolg des Unternehmens ist stark abhängig vom Erfolg dieses einen Produkts.

Neue Ideen

Doch trotz dieser bislang starken Abhängigkeit ist man natürlich auch bei Apple nicht ganz untätig geblieben, was neue Ideen anbelangt.

Zwar hat man von dem Plan ein eigenes Auto zu entwickeln inzwischen scheinbar wieder Abstand genommen;

scheinbar, weil sich der Konzern hier, wie üblich, in Schweigen hüllt und die Öffentlichkeit kaum mehr als Gerüchte erfährt.

Gänzlich verzichten will man auf ein Stück dieses lukrativen Kuchens jedoch nicht.

Und so positioniert sich Apple wohl als Zulieferer für wichtige Komponenten, die bei den selbstfahrenden Autos der Zukunft zentrale Features darstellen.

Aber damit nicht genug; Apple hat neuerdings auch einen weiteren Milliardenmarkt ins Visier genommen, der etwas besser zum bisherigen Portfolio passt:

Der Konzern will ins Streaming-Geschäft einsteigen – und zum Start 1 Mrd. US-Dollar in die Produktion eigener Serien-Formate stecken.

Apple als Serien-Produzent?

Bislang wird der Markt von Anbietern wie Netflix oder Amazon Prime dominiert.

Kunden zahlen eine monatliche oder jährliche Abo-Gebühr und haben dafür unbegrenzt Zugriff auf die jeweiligen Inhalte.

Apple hatte mit iTunes vor einigen Jahren eine Art Mietkonzept – ursprünglich für Musiktitel – ins Leben gerufen, das zwar erfolgreich läuft, sich aber längst nicht mehr mit Netflix messen kann.

Die Eigenproduktion von Serien bietet Chancen und Risiken zugleich:

Das Format muss einerseits den Geschmack eines breiten Publikums treffen.

Zugleich muss es sich aber auch von den bisher schon verfügbaren Inhalten absetzen, um Kunden dazu zu bewegen, noch eine weitere Abo-Gebühr zu bezahlen.

Denn dass eingefleischte Netflix-Kunden ihren dortigen Account zugunsten eines Apple-Angebots ganz aufgeben, erscheint unwahrscheinlich.

Apple-Aktie auf Erholungskurs

Das neue Angebot muss also so überzeugend sein, dass sich aus Sicht der Kunden Mehrkosten lohnen.

Es ist eine Herausforderung, die Apple aber wohl v. a. deshalb annimmt, weil die Risiken zumindest in finanzieller Sicht überschaubar bleiben:

Führt man sich den immensen Geldberg an Cash-Reserven vor Augen, auf dem Apple thront, fällt 1 Mrd. für Experimente nicht wirklich ins Gewicht.

Anleger haben ihre Liebe zur Apple-Aktie zuletzt ohnehin wiederentdeckt:

Nach einer kleinen Flaute während der Sommermonate ging es zuletzt wieder aufwärts; die Apple-Aktie kostete zuletzt rund 135 € oder 160 US-Dollar.

Analysten sind ohnehin voll des Lobes; mit großer Mehrheit erwarten sie den nächsten Boom und setzen die Kursziele überwiegend im Bereich zwischen 175 und 185 Dollar an.

2017-08-23 Apple

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.