Apple Aktie: Mit neuen Produkten die Schulen erobern

Die Apple Aktie bleibt unter Druck: Ein neues iPad für Schulen kann im Vergleich zur Konkurrenz nicht wirklich überzeugen. (Foto: Francesco Marino - Fotolia)

Das Silicon Valley gilt als Zukunftsschmiede: Hier wird vorausgedacht, ausprobiert und entwickelt, was die Welt in den kommenden Jahren technologisch umwälzen wird.

Apple ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Prozesses. Und wo ließe sich die Zukunft besser gestalten als an Schulen und Bildungseinrichtungen, an denen die nächste Generation von klein auf an den Umgang mit den neuen Wunderwerken der Technik gewöhnt wird?

Kurzum: Apple will zurück ins Klassenzimmer. Schon früh war der Konzern hier engagiert, der verstorbene Firmengründer Steve Jobs legte großen Wert auf den Bereich. Doch seine einst führende Position hat Apple inzwischen verspielt. Dominierend am wichtigen US-Markt sind an den Schulen mittlerweile Konkurrenzprodukte von Microsoft und vor allem Platzhirsch Google.

Apple präsentiert iPad für Schulunterricht

Doch Apple gibt sich noch nicht geschlagen, ganz im Gegenteil. In der vergangenen Woche präsentierte das Unternehmen eine neue, sofort verfügbare Version seines iPads, das etwa in Deutschland für 349 Euro – und somit 50 Euro weniger als das bislang günstigste iPad – zu haben sein soll.

Und hier beginnt das Problem: Denn obwohl Bildungseinrichtungen beim Kauf der Geräte Rabatte erhalten sollen, bewegt sich der Einstiegspreis deutlich über dem der Konkurrenz. Statt an der Preisschraube zu drehen, hat Apple sein iPad lieber mit zusätzlichen Funktionen, größerem Speicherplatzangebot und neuen Apps zum Lehren und Lernen ausgestattet.

Ob das als Kaufargument ausreicht, ist jedoch fraglich, zumal es ein recht aufwendiger Prozess ist, die Geräte über Updates auf aktuellem Stand zu halten – ein Feature, das bei Googles Chromebooks ganz automatisch funktioniert.

Schwierigkeiten in der Praxis

Dass der Apple Pencil mit dem neuen iPad kompatibel ist, wurde ebenfalls als großer Vorzug angepriesen – immerhin war diese Funktion bislang nur für wesentlich teurere Modelle erhältlich. Allerdings muss der Stift zusätzlich bestellt werden, Kaufpreis: 99 Euro, gerade einmal 10 Euro weniger als bisher.

Schwierig ist aus Sicht von Kritikern auch die praktische Nutzung der Geräte: Der Apple Pencil ist klein und leicht zu verlieren, einen Aufbewahrungsschlitz gleich am iPad gibt es nicht, eine Schutzhülle kostet extra. Zudem bleibt das iPad ein empfindliches Gerät, das zerbrechliche Display gilt als Achillesverse – und ist nicht unbedingt geeignet für tobende Kinder.

Die fehlende Tastatur des Tablets macht es zudem für etliche im Schulunterricht notwendige Funktionen kaum einsetzbar, etwa das Verfassen von Berichten ist allein via Touchscreen kaum zu bewerkstelligen.

Apple Aktie bleibt unter Druck

Insofern ist fraglich, inwieweit es Apple tatsächlich gelingen wird, mit seinem neuesten Vorstoß den Abstand zur Konkurrenz im Schulwesen zu verringern – denn jenseits der Eliteeinrichtungen ist es nun einmal häufig das knappe Budget, das über Anschaffungen entscheidet.

Die Apple Aktie zeigte sich von der Produktpräsentation denn auch recht unbeeindruckt. Ähnlich wie andere Technologiewerte geriet das Papier zuletzt unter Druck und hat im März unterm Strich rund 4 Prozent verloren.

Dennoch rät die Mehrheit der Analysten nach wie vor zum Kauf der Apple Aktie, die Kursziele liegen dabei nicht selten jenseits von 200 Dollar. Zuletzt war das Papier für unter 170 Dollar zu haben.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.