Apple-Aktie: Nun doch kein eigenes Auto?

Es ist wie immer bei Apple: Man kann nur spekulieren.

Das ist gewollt und Teil der grundlegenden Marketingstrategie des Konzerns, der auf diese Weise seinen Kultmythos erschaffen hat und erhalten will.

Diesmal geht es um selbstfahrende Autos. Seit Jahren wird gemunkelt, dass Apple in diesem Bereich forscht.

Offiziell kommentiert hat der Konzern aus Cupertino das noch nie, es gibt weder eine Bestätigung noch ein Dementi.

Das ist praktisch, denn solange es keine explizit erklärten Pläne gibt, muss man sich auch nicht rechtfertigen, wenn man diese Pläne ändert.

Das scheint momentan der Fall zu sein.

Apple: Lizenz zum Autofahren

Für Aufsehen sorgten kürzlich die Schlagzeilen, wonach Apple in Kalifornien die Erlaubnis erhalten hat, selbstfahrende Autos zu testen.

Der Konzern ist damit nicht allein, insgesamt haben 30 Unternehmen in dem US-Küstenstaat eine entsprechende Lizenz.

Keine Frage: Der Bereich hat Zukunft – aber nicht unbedingt für Apple.

Denn für die klassischen Automobil-Hersteller sind autonomes Fahren einerseits und Elektromobilität andererseits die wesentlichen Herausforderungen, um zukunftsfähig zu bleiben.

Apple hingegen genießt die luxuriöse Position, dass man sich in diesem Bereich zwar tummeln könnte – aber eben nicht muss.

Und so deutet inzwischen vieles darauf hin, dass Apple – im Gegensatz zu früheren Annahmen – nicht (mehr) an einem eigenen Auto bastelt.

Nein, man fokussiert sich dort inzwischen vielmehr auf Services rund um Auto und Bordcomputer.

Apple als Autozulieferer?

Werden Hard- und Software entwickelt, könnte Apple in Zukunft als Zulieferer agieren – ein Geschäftsbereich, der z. T. wesentlich höhere Margen verspricht als die Entwicklung und Herstellung ganzer Fahrzeuge.

Immerhin handelt es sich beim Automobilmarkt um eine stark regulierte Branche, die zahlreichen, teils länderspezifischen Anforderungen gerecht werden muss.

Da passt Folgendes doch viel  eher in Apples Geschäftskonzept und Selbstwahrnehmung:

im Bereich Vernetzung punktuell Akzente zu setzen und auf diese Weise einerseits nicht zu tief in den Markt einzusteigen, andererseits aber doch Entwicklungen voranzutreiben und ein Stück vom Kuchen abzubekommen.

Apple-Aktie auf Jubiläumskurs

Jenseits der Gerüchteküche rund ums Autogeschäft dreht sich in diesem Jahr außerdem alles um das iPhone, das im Herbst sein 10-jähriges Jubiläum feiert.

Beobachter erwarten Meilensteine für das neue Gerät und gehen davon aus, dass viele Kunden, die derzeit noch ältere Modelle nutzen, dadurch bewogen werden könnten, sich ein iPhone der neuesten Generation zuzulegen.

Die Apple-Aktie jedenfalls befindet sich schon ganz auf Feierkurs; allein binnen Jahresfrist hat das Papier um mehr als 50% zugelegt und kostete zuletzt gut 140 US-Dollar oder 130 €.

Analysten gehen aktuell von Kurszielen zwischen 150 und 170 Dollar aus; nahezu einstimmig empfehlen sie in ihren jüngsten Studien die Apple Aktie zu kaufen.

2017-04-28 Apple

30. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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