Apple-Aktie: Analyst warnt vor zu hohen Erwartungen

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Wohl und Wehe von Apple und seiner Aktie sind eng verknüpft mit dem Erfolg des iPhones. Feine Risse machen sich bereits bemerkbar: (Foto: Lester Balajadia / shutterstock.com)

Der Hype ist stabil, die Quartalszahlen sind nicht schlecht, doch es rumort immer mehr bei Apple.

Der Grund zu Freude und Skepsis zugleich ist, wie immer, das iPhone; genauer gesagt: Apples starke Abhängigkeit vom Erfolg dieses einen Produkts.

In diesem Jahr feiert das Smartphone sein 10-jähriges Jubiläum.

Die Erwartungen sind hochgeschraubt; bereits seit Wochen laufen die medialen Spekulationen darüber, mit welchen innovativen Technologien das neueste Flaggschiff wohl ausgestattet sein wird.

Hohe Erwartungen ans Jubiläums-iPhone

Erwartet wird, dass es nicht nur Verbesserungen bisheriger Technologien geben wird, sondern gänzlich neue Features, die auch Kunden, die sich seit einigen Jahren mit einem älteren Modell begnügen, zur Anschaffung eines neuen Gerätes motivieren.

Am besten sollen zudem auch Kunden von der Konkurrenz abgeworben werden.

Doch das gelingt nur, wenn Apples neues iPhone tatsächlich deutlich mehr kann als vergleichbare Android-Smartphones.

Apple-Chef Tim Cook wirkt jedenfalls in letzter Zeit bei öffentlichen Äußerungen zunehmend nervös.

Und er warnt, der in diesem Jahr bereits früh einsetzende Hype könne Apples Geschäften schaden – wohl auch, weil viele Kunden darauf verzichten, sich das im vergangenen Herbst vorgestellte 7er-Modell anzuschaffen, da sie lieber auf die Jubiläums-Edition warten.

Solide Quartals-Bilanz

Nicht zuletzt deswegen dürften die iPhone Verkäufe im abgelaufenen Quartal wohl etwas schwächer ausgefallen sein als gedacht:

50,8 Mio. iPhones hat Apple im Zeitraum von Januar bis Ende März verkauft; Analysten hatten mit 51,2 Mio. Geräten etwas mehr erwartet.

Immerhin: Der Umsatz kletterte dank höherer Preise von 32,86 auf 33,25 Mrd. Dollar.

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Insgesamt stieg der Umsatz um 4,6% auf 53,9 Mrd. Dollar. Der Gewinn legte um 4,8% zu auf 11,03 Mrd. Dollar.

Anleger dürfen sich zudem über eine höhere Dividende sowie Aktienrückkäufe freuen, für die der Konzern insges. 50 Mrd. Dollar zusätzlich in die Hand nehmen will.

Auseinandersetzung mit Qualcomm

Für Verunsicherung sorgt unterdessen, dass Apple sich eine – mittlerweile auch juristische – Auseinandersetzung mit dem Chip-Hersteller Qualcomm liefert.

Dieser hält einige wichtige Patente und lässt sich diese teuer lizenzieren – zu teuer, findet Apple.

Und so hat der iPhone-Hersteller nach langem Hin und Her zuletzt die Lizenz-Zahlungen an Qualcomm gestoppt – und den Chip-Riesen zudem wegen „monopolistischer Praktiken“ verklagt.

Nun hat Apple an den Märkten zwar einiges Gewicht.

Dennoch gibt es skeptische Stimmen, welche die Verschärfung des Dissens nicht unbedingt als die beste Idee werten – gerade mit Blick auf den wichtigen Launch des neuen iPhones, der in wenigen Monaten ansteht und den Qualcomm theoretisch blockieren könnte.

Angesichts der massiven Abhängigkeit Apples von seinem Bestseller sowie der immens hohen Erwartungen von Kunden und Märkten wäre das ein denkbar herber Schlag.

Apple-Aktie: Aufwärtstrend (noch) ungebrochen

Dennoch: Bislang ist der Aufwärtstrend der Apple-Aktie ungebrochen; um gut 70% hat das Papier binnen Jahresfrist zugelegt.

Und auch die Analysten bleiben bisher zuversichtlich:

Sie bescheinigen der Apple-Aktie weiteres Aufwärts-Potenzial und raten mit deutlicher Mehrheit zum Kauf des Anteilsscheins, der zuletzt für gut 150 Dollar zu haben war.

Die Kursziele lagen zuletzt überwiegend bei 160 – 170 Dollar.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.