Apple Aktie: Warum der Kurs um 70% steigen soll

Es sind zwei große Namen, die dieser Tage durch die Medien geistern: auf der einen Seite Apple, der mit Abstand wertvollste Konzern der Welt. Auf der anderen Seite Carl Icahn, berühmt-berüchtigter Milliardär und Investor.

Vor einiger Zeit hat Icahn sich auch bei Apple ordentlich mit Anteilen eingedeckt und spielt seitdem eine nicht unerhebliche Rolle, wenn es darum geht, das Management um Konzernchef Tim Cook zu aktionärsfreundlichen Maßnahmen zu bewegen.

So geht der umfassende Aktienrückkauf, der den Kurs ordentlich nach oben katapultiert hat, wesentlich auch auf Icahns Einfluss zurück. Er hatte Druck gemacht, will den Aktienkurs höher peitschen und außerdem eine saftige Dividende sehen.

Icahn sieht Aktie bei 240 Dollar

Nun hat Icahn eine neue Vision: Er sieht den Kurs der Apple-Aktie bei sagenhaften 240 Dollar und damit gut 100 Dollar höher als zuletzt.

Das hat er Cook in einem offenen Brief mitgeteilt und auch gleich die Gründe für seine äußerst optimistische Einschätzung preisgegeben. Demnach rechnet Icahn damit, dass Apple schon bald neue Geschäftsfelder erschließen und sich dort ähnlich erfolgreich etablieren wird wie einst am Markt für Mobiltelefone, den das iPhone praktisch über Nacht revolutionierte.

Nach iPod, iPhone, iPad und der gerade erst erschienenen Apple Watch sieht Icahn das nächste große Ding im Bereich Fernsehen – und das übernächste auf der Straße.

Gerüchte um TV-Apparat und Apple Car

Über ein TV-Gerät aus dem Hause Apple war schon zu Lebzeiten von Firmengründer und Mastermind Steve Jobs immer wieder spekuliert worden. Nun soll es bald soweit sein. Icahn rechnet damit, dass Apple auch diesen Markt in den kommenden Jahren für sich erschließen und auch dominieren wird.

Darüber hinaus sei ein Auto mit Apfeltechnologie der nächste logische Schritt für die kommenden Jahre. Die Vernetzung der Fahrzeuge nimmt ohnehin seit Jahren zu, der Bordcomputer wird schon bei Kleinwagen mit immer mehr Zusatzfunktionen ausgestattet. Die Forschung geht nach der Einparkhilfe nun zum komplett vernetzten, selbst fahrenden Auto, das sich praktisch auf Autopilot durch den Verkehr manövriert. Erste Prototypen werden bereits getestet und der Öffentlichkeit vorgestellt.

In Sachen Vernetzung kennt sich Apple bestens aus. Das Unternehmen hat mit seinen Produkten in den vergangenen Jahren einen eigenen, in sich weitgehend geschlossenen Kosmos geschaffen, der durchaus seinen Teil zur Kundenbindung beiträgt.

Wie viel Gewinnmarge wird Apple einstreichen?

Als nächster Schritt nun also der Fernseher, und dann das Auto? Denkbar.

Der Erfolg beider Projekte wird allerdings womöglich auch davon abhängen, in welchem Rahmen sich die Gewinnmarge bewegt, die Apple für sich kalkuliert. Gemessen an der bisherigen Preispolitik des Unternehmens dürfte der Fernseher noch Potenzial haben, breitere Massen zu erreichen, während ein Auto von Apple wohl ein für die meisten unerschwingliches Luxusgut werden dürfte.

Den Luxuspfad hat Apple bereits vor kurzem beschritten: Für die teuerste Version der neuen Smartwatch wird ein fünfstelliger Betrag fällig, was dem Unternehmen eine Gewinnmarge von satten 800 Prozent beschert – wohlgemerkt für ein Produkt, das schon in ein bis zwei Jahren veraltet sein und durch ein Nachfolgemodell ersetzt werden dürfte.

Auch Analysten sehen weiteres Kurspotenzial

Doch solange die Kunden das mitmachen, besteht für Aktionäre kein Grund zur Sorge. Ganz im Gegenteil. Seit sie über eine Dividende direkt am Erfolg beteiligt werden, dürften sie ihre Anteilsscheine noch mehr schätzen. Und dass die auch weiterhin lukrativ bleiben, dafür wird nicht zuletzt Carl Icahn schon sorgen. Frei nach dem Motto: Der nächste große Rückkauf kommt bestimmt.

2015-05-22 Apple

Übrigens ist der Investor mit seinem Optimismus nicht allein. Auch die meisten Analysten trauen der Apple-Aktie noch einiges zu. Die zuletzt mit rund 130 Dollar gehandelte Aktie sehen die meisten von ihnen zwischen 150 und 160 Dollar fair bewertet. Einzelstimmen gehen sogar noch darüber hinaus auf bis zu 185 Dollar.

Damit sind die Prognosen zwar ebenfalls sehr optimistisch, insgesamt aber etwas zurückhaltender als die von Icahn. Einig sind sich die Experten mit dem Investor allerdings in der Tendenz: deutlich steigend.

22. Mai 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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