Apple: Aktiensplit Ende des Monats

Apple Logo RED_shutterstock_218314660_Lester Balajadia

Der amerikanische Technologieriese Apple hat einen Aktiensplit angekündigt. Erfahren Sie, was es damit auf sich hat und wie sich Splits auswirken können. (Foto: Lester Balajadia / shutterstock.com)

Vielleicht haben Sie es mitbekommen: Der amerikanische Technologieriese Apple will noch in diesem Monat einen Aktiensplit im Verhältnis 1:4 durchführen. Die Anzahl der Aktien ist danach 4 Mal so hoch, und der Kurs viertelt sich rechnerisch.

Blicken wir jetzt aber erst einmal allgemein auf das Thema und auf mögliche Auswirkungen von Aktiensplits. Bei einem Aktiensplit handelt es sich um eine Maßnahme, mit der Aktien optisch attraktiver gemacht werden. Kostet eine Aktie 100, 500 oder gar 1.000 Euro, dann erscheint sie optisch sehr teuer. Das schreckt mögliche Investoren ab.

Durch Aktiensplits werden teure Aktien optisch günstig

Dieses Problem löst ein Aktiensplit: Die Zahl der Aktien wird vervielfacht (im Fall von Apple vervierfacht), das Grundkapital bleibt gleich. Dadurch reduziert sich der Preis pro Aktie. Die Aktien erscheinen den Anlegern günstiger und somit attraktiver. Durch diesen Trick fließt dem Unternehmen jedoch kein frisches Geld zu.

Für Sie als Anleger hat der Aktiensplit keine große Bedeutung. Wenn ein Unternehmen (wie bei Apple) einen Aktiensplit von 1:4 vornimmt, erhalten Sie als Anleger zu den bestehenden Aktien je drei Gratisaktien dazu.

Durch diese Vorgehensweise erhöht sich der Aktienbestand und der Aktienkurs verringert sich entsprechend. Ganz wichtig: Der Wert der Aktien-Position ändert sich also nicht in Ihrem Depot.

Aktiensplits können positive Kursentwicklung begünstigen

Generell kann ein Aktiensplit eine positive Kursentwicklung einer Aktie fördern, tut dies aber nicht zwangsläufig. Daher sollten Sie nicht davon ausgehen, dass die Kursentwicklung durch einen solchen Schritt automatisch begünstigt wird.

Zwar kann man in der Regel davon ausgehen, dass ein Aktiensplit für steigende Kurserwartungen spricht, dennoch sollten Sie die Gesamtlage des Unternehmens nicht aus den Augen verlieren und die Perspektiven des Unternehmens in die Betrachtung mit einbeziehen.

Aktiensplit bei Apple

Wie ist es bei Apple? Bei dem iPhone-Konzern ist aus meiner Sicht die positive Kursreaktion bereits vor dem Aktiensplit eingepreist (also im Kurs enthalten). Sehr viele unerfahrene Anleger haben in den vergangenen Tagen (seit der Ankündigung des Splits) Apple-Aktien gekauft und erwarten nun, dass der Aktienkurs nach dem Split stark steigt.

Wenn jedoch zu viele Anleger vorab auf ein bestimmtes Ereignis setzen bzw. davon ausgehen, dass es eintritt, passiert meistens das Gegenteil davon. Fällt die Apple-Aktie dann etwas nach dem Split oder steigt nur ganz leicht, könnten Anleger aussteigen, weil ihre Erwartungen enttäuscht wurden. Langfristanleger brauchen sich darum aber nicht weiter zu kümmern.

Ein kurzer Blick auf die aktuellen Zahlen

Schauen wir abschließend noch kurz auf die aktuellen Zahlen: Trotz geschlossener Apple-Läden konnte das Unternehmen mitten in der Corona-Krise ein historisch starkes Quartal verbuchen. Der Umsatz von Apple stieg im 3. Quartal des laufenden Geschäftsjahres (bis Ende September) um 11% auf 59,69 Mrd. US-Dollar.

Das ist deutlich mehr als die Analysten mit 52,25 Milliarden Dollar erwartet hatten. Ebenfalls deutlich über den Analysten-Schätzungen von 2,04 US-Dollar lag der Gewinn je Aktie mit 2,58 US-Dollar. Für meinen Geschmack ist die Apple-Aktie zuletzt einen Tick zu gut gelaufen. Ein Einstieg bietet sich daher derzeit eher nicht mehr an.

Wall Street – Durchatmen…

Wall Street – Durchatmen…Trump hat das Krankenhaus wieder verlassen. Nach dreitägiger Behandlung wegen seiner Covid-Infektion hat der US-Präsident das Militärkrankenhaus verlassen. Ein Hubschrauber brachte Trump zurück ins Weiße Haus. Diese Meldung hat die… › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Rolf Morrien. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz