Apple-Bilanz: Willkommen in der Normalität

Spätestens jetzt ist auch Apple wieder in ganz normalen Börsenregionen angekommen. Der Kultkonzern aus Kalifornien hat offensichtlich die Grenzen des Wachstums erreicht. Nun geht es darum, den Rückgang beim Umsatz und Gewinn in Grenzen zu halten.

Im Vergleich zum Vorjahr hat Apple immerhin noch ein Umsatzplus von 1% erzielt. Doch beim Nettogewinn musste Apple eben einen empfindlichen Rückgang um knapp 22% auf nur noch 6,9 Mrd. Dollar hinnehmen.

Bei der sinkenden Ertragskraft ist Apple nun auch bei der Umsatzrendite auf einem deutlich niedrigeren Niveau angekommen: Im 3. Quartal des Geschäftsjahres zum Stichtag 29. Juni 2013 erzielte Apple nur noch eine Umsatzrendite von 20%.

Der Vergleichswert hatte hier im Vorjahr noch bei 25% gelegen. Diese Kennziffer gibt im Übrigen an, wie viel Prozent des Umsatzes hinterher als Nettogewinn in der Kasse bleiben.

Mit den aktuellen 20% liegt Apple aber immer noch besser als viele Konkurrenzfirmen: So hat Samsung Electronics, der weltweite Marktführer bei Smartphones, im abgelaufenen Quartal eine Umsatzrendite von 13,5% geschafft.

Auch Google rangiert mit 18% unter dem Wert von Apple. Eine deutlich höhere Ertragskraft hat Microsoft mit einer Umsatzrendite von 25%. Doch diese Aktie bietet den Investoren zu wenig Wachstumspotenzial.

Auf Sicht von drei Jahren steht hier nur ein Plus von 27%. Da sieht es bei Apple mit einem 3-Jahres-Plus von 67% doch sehr viel besser aus.

Wichtigster Umsatzbringer bleibt bei Apple mit weitem Abstand das iPhone. Hier erzielt das Unternehmen rund 51% des Gesamtumsatzes. Zusammen mit dem iPad Geschäftsbereich liegt der Anteil hier sogar bei fast 72%.

Damit ist es für Apple auch extrem wichtig, die Ertragskraft in diesen beiden Bereichen hoch zu halten.

Erst neue Produkte werden die Wachstumsfantasie bei Apple zurückbringen

Doch gerade die fehlende Innovationskraft kann man Apple aktuell vorwerfen. Dem Unternehmen muss jetzt ein Befreiungsschlag mit einem neuen Produkt gelingen. Über zwei Dinge wird da immer wieder spekuliert:

Zum einen könnte bald die Apple Armbanduhr, die dann vielleicht iWatch heißen wird, auf den Markt kommen. Damit könnte dann eine Lücke zwischen iPhone und dem Notebook geschlossen werden.

Zum anderen verstummen auch nicht die Gerüchte, die einen Apple-Fernseher immer noch für möglich halten.

Dabei stellt sich jedoch die Frage: haben diese beiden Produkte genügend Potenzial, der Aktie wieder Auftrieb zu verleihen? Das wage ich doch zu bezweifeln.

Nach der Übertreibung beim Aktienkurs im Herbst 2012 mit einem Rekordkurs von 702 Euro sieht es derzeit mehr danach aus, also ob Apple-Aktionäre nun auf branchenübliche Wachstumsraten hoffen können.

Und zusätzlich bietet Apple immerhin auch eine Dividende.

Sie sehen: Die Kultaktie ist im Reich der normalen Blue-Chips angekommen. Und in dieser Kategorie schneidet Apple immer noch sehr viel besser ab, als die meisten Konkurrenten.

24. Juli 2013

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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