Apple: Bringt das neue iPhone neuen Kursschub?

Lange ist es her, dass fast täglich neue Kaufempfehlungen für die Apple-Aktie ausgesprochen wurden.

Nachdem der Wert in die erste amerikanische Börsenliga, dem Dow Jones, aufgestiegen ist, wurde es insgesamt eher ruhig um den Gipfelstürmer.

Das könnte sich aber bereits in Kürze ändern.

Neues iPhone in der Pipeline

In der kommenden Woche hat der Konzern zu einer Produkt-Vorstellung eingeladen. Dabei existieren kaum Zweifel darüber, dass dort das neue iPhone – bisheriger Arbeitstitel in den Medien iPhone 7 – vorgestellt wird.

Seit Wochen wird bereits über mögliche Neuerungen spekuliert. Außerdem könnte der Vorstand zusätzlich einige Überraschungen parat haben und weitere Neuheiten der Öffentlichkeit präsentieren.

Aktie im Seitwärtstrend

Dies wird auch höchste Zeit, denn die Anleger sind ob der Performance zunehmend unzufrieden.

In der Vergangenheit waren es die Aktionäre gewöhnt, dass es bei dem Wert lediglich eine Richtung gibt – und die zeigt nach oben.

Doch in den vergangenen Monaten dümpelte die Aktie in einer Region zwischen 90 und 110 US-Dollar herum und hat dabei einen Seitwärts-Trendkanal gebildet.

Von einem Aufwärtstrend ist längst nichts mehr zu erkennen. Aus Sicht der Charttechnik ist damit zu rechnen, dass die Seitwärts-Bewegung wieder bis zur oberen Grenze andauern wird.

Sollte diese aber übersprungen werden, so wären schnell die alten Höchstkurse jenseits der 120 US-Dollar durchaus möglich und vorstellbar.

Steuer-Rückzahlungen drohen

Doch neben der Produkt-Vorstellung, die für Rückenwind sorgen wird, gibt es eine Meldung, die verunsichert. Dabei geht es um die möglichen Steuerschulden, die Apple hat.

So ist die EU-Kommission zum Ergebnis gekommen, dass der amerikanische Konzern Steuern zurückzahlen muss. Dabei handelt sich um eine Größenordnung von mehr als 13 Mrd. €.

Zur Begründung heißt es, dass der iPhone-Konzern in Irland unerlaubte Steuer-Vergünstigungen in dieser Höhe erhalten hat. Daher müsse Irland die rechtswidrige Beihilfe für die Jahre 2003 bis 2014 nun plus Zinsen zurückfordern.

Doch sowohl Irland als auch Apple wehren sich gegen diese Entscheidung. Zudem ist zu erkennen, dass dieses Vorgehen seitens der EU die Anleger eher kalt lässt – wie die gestrige Kursentwicklung von Apple zeigte.

Doch selbst wenn diese Entscheidung rechtskräftig werden sollte, so dürfte dies ohnehin wenig Auswirkungen auf den Kursverlauf haben: So verfügt Apple über Geldreserven von aktuell gut 230 Mrd. US-Dollar – mit weiter ansteigender Tendenz.

Günstige Bewertung

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 12 ist das Wertpapier recht attraktiv bewertet.

Allerdings muss Apple für höhere Aktienkurse endlich wieder eine echte Innovation bringen, statt lediglich Detailverbesserungen an seinen Geräten vorzunehmen.

Das neue iPhone bietet dazu die Gelegenheit, wenn man der Gerüchteküche Glauben schenkt.

Ich rate Ihnen jedoch dazu, die Vorstellung des neuen iPhones – und die Reaktion von Branchenexperten und Anlegern – abzuwarten, bevor Sie wieder in Apple einsteigen.

Denn zuletzt hat Apple mit seinen Produkt-Präsentationen eher enttäuscht.

31. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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