Apple: Erstmals mehr als 2 Bio. Dollar wert

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Nachdem Apple schon als erstes US-Unternehmen die 1-Bio-Dollar-Marke geknackt hat, folgt nun der nächste Eintrag in die Geschichtsbücher. (Foto: pio3 / shutterstock.com)

Liebe Leser,

der Technologieriese Apple hat in dieser Woche Geschichte geschrieben: Der iPhone-Konzern erreichte als erstes Unternehmen in der Geschichte der Wall Street einen Börsenwert von mehr als 2 Bio. US-Dollar.

Das Erreichen der historischen Marke ist das Ergebnis einer enormen Kursrally, die sich zuletzt wegen des geplanten Aktiensplits noch einmal beschleunigt hatte. Zu Jahresbeginn kostete eine Apple-Aktie noch knapp 300 US-Dollar.

Im März war eine Apple-Aktie Corona-bedingt sogar für unter 230 US-Dollar zu haben. Heute ist das Papier mit einem Preis von 463 US-Dollar mehr als doppelt so teuer. Selbst seit Jahresbeginn liegt die Apple-Aktie rund 55% im Plus.

Apple ist übrigens nicht nur das US-Unternehmen, das als erstes auf eine Marktkapitalisierung von mehr als 2 Bio. US-Dollar kam. Auch die 1-Bio-Dollar-Marke übersprang Apple als erstes US-Unternehmen.

Geplanter Aktiensplit als Kurstreiber

Wie schon erwähnt: Der geplante Aktiensplit bei Apple war in den vergangenen Tagen der große Kurstreiber. Grund genug, noch einmal auf den geplanten Split zu schauen: Durch den Split wird die Zahl der Aktien vervielfacht (im Fall von Apple vervierfacht), das Grundkapital bleibt gleich.

Dadurch reduziert sich der Preis pro Aktie. Die Aktien erscheinen den Anlegern günstiger und somit attraktiver. Durch diesen Trick fließt dem Unternehmen jedoch kein frisches Geld zu.

Für Sie als Anleger hat der Aktiensplit keine große Bedeutung.

Wenn ein Unternehmen (wie bei Apple) einen Aktiensplit von 1:4 vornimmt, erhalten Sie als Anleger zu den bestehenden Aktien je drei Gratisaktien dazu. Durch diese Vorgehensweise erhöht sich der Aktienbestand und der Aktienkurs verringert sich entsprechend. Ganz wichtig: Der Wert der Aktien-Position ändert sich also nicht in Ihrem Depot.

Gewichtung im Dow Jones sinkt

Absurd ist, dass durch den Aktiensplit die Gewichtung von Apple im Dow Jones deutlich sinkt, obwohl sich der Unternehmenswert (wie Sie gerade erfahren konnten) nicht verändert. Aktuell ist Apple mit einem Anteil von über 10% der am höchsten gewichtete Aktientitel im Dow Jones Index.

Nach dem Split beträgt die Gewichtung der Apple-Aktie nur noch etwas mehr als 2%. Verantwortlich dafür ist eine recht eigentümliche Berechnungsweise. Die Summe aller im Dow Jones enthaltener Aktien wird addiert und durch die Anzahl der Unternehmen geteilt.

Dadurch, dass der Aktienkurs von Apple nach dem Split niedriger ist, sinkt also die Gewichtung. Hinzu kommt ein flexibler Korrekturwert, der sogenannte Dow Divisor, der in die Berechnung mit einfließt und es ermöglicht, die Index-Entwicklung über einen längeren Zeitraum zuverlässig zu vergleichen.

Abschließend möchte ich noch einmal meine Einschätzung zur Apple-Aktie wiederholen, die ich hier bereits vor einigen Tagen geäußert habe: Für meinen Geschmack ist die Apple-Aktie zuletzt einen Tick zu gut gelaufen.

Ein Einstieg bietet sich daher derzeit aus fundamentaler Sicht nicht mehr an. Im Gegenteil: Nach der jüngsten Kursrally ist ein Teil-Verkauf der Apple-Position eine interessante Handlungsoption. Wie heißt es an der Börse so schön: An Gewinnmitnahmen ist noch niemand gestorben!

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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