Apple: Erwartungen der Analysten übertroffen

Die Jagd auf das Jahreshoch wurde heute am deutschen Aktienmarkt unterbrochen.

Die Kursabschläge beim weltweit teuersten börsennotierten Unternehmen, Apple, sorgten für schlechte Stimmung an der Börse.

Angesichts der insgesamt guten Zahlen kann man in diesem Fall von einem Luxus-Problem sprechen.

Der weltgrößte Technologie-Konzern Apple hat gestern Abend nach Börsenschluss seine Zahlen für das abgelaufene 4. Quartal des Geschäftsjahres 2015/2016 (bis Ende September) präsentiert:

Beim Umsatz erreichte Apple die Konsens-Schätzung der vorher befragten Analysten und lag beim Gewinnsogar leicht darüber.

Dennoch waren heute größtenteils negative Schlagzeilen im Hinblick auf die Apple-Zahlen zu lesen und auch an der Börse geriet die Apple-Aktie unter Druck.

Im Prinzip ist es das übliche Spielchen bei Apple:

Die Zahlen waren gut bis solide und lagen beim Gewinn sogar über den Erwartungen, dennoch haben einige noch mehr erwartet und andere suchen das Haar in der Suppe.

Ich möchte jetzt für Sie die jüngsten Apple-Zahlen einordnen und Ihnen zudem erklären, was für die weitere Entwicklung der Apple-Aktie viel wichtiger ist als die aktuellen Quartals-Zahlen.

So schlug sich Apple im abgelaufenen Quartal

Mit einem Gewinn von 1,67 US-Dollar je Aktie hat Apple die Erwartungen der Analysten, die bei 1,65 US-Dollar lagen, übertroffen.

Damit liegt der Gewinn aber zugleich unter dem Vorjahreswert von 1,96 US-Dollar je Aktie.

Beim Umsatz konnte der Technologie-Konzern mit 46,9 Mrd. US-Dollar die Prognose fast punktgenau treffen.

Auch hier war schon vorab mit einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (51,5 Mrd. US-Dollar im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2014/2015) gerechnet worden.

Da das Geschäftsjahr 2015/2016 ohne große Neuprodukte nur ein Übergangsjahr war, hatte Apple schon zu Jahresbeginn angekündigt, das Rekord-Niveau nicht halten zu können.

Die Rekord-Marken sollen aber mit dem iPhone7 (aktuelles Modell) und dem iPhone8 (wahrscheinlich ab Herbst 2017) wieder angegriffen werden.

Das erwartet Apple im Weihnachts-Quartal

Im laufenden 1. Quartal des Geschäftsjahres 2016/2017 (von Oktober bis Dezember) erwartet Apple einen neuen Rekord-Umsatz auf Quartals-Basis.

Da in das laufende Quartal das Weihnachts-Geschäft fällt, handelt es sich dabei um das mit Abstand wichtigste Quartal für Apple.

Der Konzern erwartet einen Umsatz von 76,8 Mrd. US-Dollar und damit den höchsten Quartals-Umsatz in der Unternehmens-Geschichte.

Dafür soll v. a. das neue iPhone 7 sorgen. Die Tatsache, dass Apple vor wenigen Wochen die neueste Generation seines iPhones auf den Markt gebracht hat, sorgte zugleich dafür, dass Umsatz und Gewinn im zurückliegenden Quartal rückläufig waren.

Denn viele Kunden haben in den zurückliegenden Wochen auf die neue iPhone-Generation gewartet und nicht mehr beim alten iPhone6 zugegriffen.

Ein solcher Modell-Wechsel beim wichtigsten Verkaufsschlager sorgt traditionell für Verschiebungen bei Umsatz und Gewinn.

Und vieles spricht dafür, dass der Plan von Apple aufgeht und das neue iPhone 7 tatsächlich für das beste Quartal in der Unternehmens-Geschichte sorgen wird.

So erklärte Apple-Chef Tim Cook in der Telefon-Konferenz im Rahmen der Zahlen-Vorlage, dass die Nachfrage beim neuen iPhone 7 noch immer das verfügbare Angebot übertreffe.

Fazit

Es gibt bei Apple also keinen Grund zur Sorge. Die heutige Schwäche der Apple-Aktie nach Vorlage der Zahlen führe ich auf Gewinn-Mitnahmen zurück.

Schließlich hatte sich die Apple-Aktie in den vergangenen Wochen durchaus positiv entwickelt.

Aus meiner Sicht sollten die Apple-Aktionäre unter Ihnen die bisher erreichten Gewinne weiter laufen lassen.

Wenn Sie Apple die Treue halten, sitzen Sie übrigens mit Warren Buffett, der einen Milliarden-Betrag in Apple-Aktien investiert hat, in einem Boot.

Für diejenigen unter Ihnen, die noch nicht investiert sind, sich aber für die Apple-Aktie interessieren, könnten bald Kaufzeiten anbrechen, wenn der Kurs im Wochenverlauf noch etwas schwächelt.

Auf konkrete Kauf-Limits und Kursziele gehe ich im kommenden Monats-Bericht meines Börsendienstes „Power-Depot“ ein.

26. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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