Apple gibt Intel einen Korb

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Apple will seine Abhängigkeit von Zulieferern reduzieren. Auf lange Sicht bleibt die Aktie aussichtsreich. (Foto: Lester Balajadia / shutterstock.com)

Zuletzt ist es ruhiger um Apple geworden. Hin und wieder gab es die Nachrichten, dass es z.B. auf Grund von Corona zu Schließungen von Apple-Stores in einigen US-Bundesstaaten kam, doch fundamentale Nachrichten waren eher Mangelware. Das hat sich aber zu Wochenbeginn geändert.

Abhängigkeiten werden zurückgefahren

Das Unternehmen geht nun neue und eigene Wege und verlässt eine weitere Abhängigkeit. In der Vergangenheit hat sich der Konzern auf die Prozessoren von Intel verlassen. Doch damit soll nun Schluss sein – man stellt jetzt auf eine eigene Entwicklung um. Dabei sollen künftig die Apple-Computer auf derselben technischen Plattform laufen wie iPhones und iPad-Tablets. Die Auslieferung der ersten Rechner und der damit überarbeiteten Rechner mit eigener Technologie ist für Ende des Jahres geplant.

Mit diesem Schritt will man die Produkte verbessern – gibt aber zugleich zu, dass der Übergang, bis alle Softwareprodukte erfolgreich an das neue System angepasst sind, bis zu 2 Jahre dauern kann. Allerdings wird man jedoch nicht komplett auf die Zulieferung von Intel verzichten – von diesem großen Systemhaus sollen auch in Zukunft Chips kommen.

Geringer Anteil am PC-Markt

Mit dem Austausch von Intel-Halbleitern zu den eigenen hat der Markt bereits gerechnet – dennoch war der Zeitpunkt der Meldung ein wenig überraschend. Grund zur Sorge hat man bei Intel allerdings ob dieser Nachricht nicht, machen doch Apple-Rechner gerade einmal 10% des gesamten PC-Marktes aus.

Für Apple bedeutet es aber, dass man immer mehr aus einer Hand anbieten kann und die Produkte die eigene Technik tragen. Damit werden sowohl Kosten als auch Abhängigkeiten eingespart. Das zeigte sich auch als Reaktion an der Börse – die Aktie setzte ihre Aufwärtsbewegung – etwas beschleunigt – fort.

Vorstellung neuer Geräte

Und noch etwas sorgt für Gesprächsstoff, was gerade die Nutzer interessieren dürfte: Auf der virtuellen Entwicklerkonferenz WWDC hat Apple neue Funktionen für seine iPhones, iPads, Apple Watches und Mac-Computer vorgestellt, die dann die Geräte noch unentbehrlicher für das tägliche Leben machen sollen.

Eindrucksvolle Aufwärtsbewegung der Aktie

Die Kursperformance kann sich im laufenden Jahr ohnehin sehen lassen. Seit Jahresbeginn legte der Wert – trotz Coronakrise – um mehr als 20% zu. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 29 ist Apple damit wieder recht ansprechend bewertet.

Allerdings gingen die Bewertungen bei US-Technologiewerten zuletzt ohnehin auf breiter Front nach oben. Die Anleger trauen der Technologiebranche eine höhere Resistenz gegenüber der Coronakrise zu als der Gesamtwirtschaft – und damit dürften sie recht behalten.

Aktie bleibt langfristig attraktiv, kurzfristig könnte eine Korrektur anstehen

Ein Ende von Apples Erfolgsgeschichte ist nicht in Sicht. Langfristig dürfte auch der Aktienkurs weiter steigen. Kurzfristig erscheint mir jedoch eine Korrektur angebracht – in den vergangenen Monaten lief die Aktie einfach etwas zu gut. Mit etwas Geduld könnte sich Ihnen also bald eine bessere Einstiegsgelegenheit bieten.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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