Apple nach den Zahlen: Rallye bis zum 1. September?

Apple (Ticker: AAPL) berichtete gestern Abend nach Börsenschluss in New York über den Geschäftsverlauf im 2. Jahresviertel.

Die Analysten-Erwartungen wurden dabei übertroffen.

Klar, das Unternehmen mit dem Firmenlogo eines angebissenen Apfels wächst bei Umsatz und Gewinn schon seit 5 Jahren nicht mehr so stark, wie in der Zeit davor:

Der Umsatz legte um +7% zu, der Gewinn pro Aktie stieg um +17,6% auf 1,67 USD.

Dennoch: So mancher Konzernchef wäre glücklich, wenn er mit seinem Betrieb das Apple-Quartals-Ergebnis in 1 kompletten Geschäftsjahr als Umsatz verbuchen könnte:

Der Nettogewinn erreichte zwischen April und Juni dieses Jahres 8,72 Mrd. USD, der Umsatz im selben Zeitraum wurde mit 45,4 Mrd. USD benannt!

Apple kann nicht nur iPhone

Die gestern veröffentlichten Geschäftszahlen waren aber nicht nur bemerkenswert, weil die Analysten im Schnitt mit weniger Umsatz (44,89 Mrd. USD) und Gewinn pro Aktie (1,57 USD) gerechnet hatten.

Der Umsatz des iPhones stieg im 2. Jahresviertel – im Vergleich zum entsprechenden Vorjahres-Zeitraum – nur um +1,6%.

Das heißt: Das Wachstum im April, Mai und Juni muss aus anderen Bereichen generiert worden sein.

Und tatsächlich: Die Erlöse für iPads verbesserten sich gegenüber dem Vorjahr um +28% – Apple verkaufte rund +15% mehr Tablets!

Für die Aktionäre ist das eine gute Nachricht: In den zurückliegenden Quartalen war der Fokus der Analysten regelmäßig auf den iPhone-Absatz gerichtet.

Und das war dann meist mit einer Kurs-Reaktion verbunden, die Wachstum oder Rückgang „honorierte“.

À propos Kurs-Reaktion: Nachbörslich kletterte die Apple-Notierung an der Wall Street am Dienstagabend um +6,2% auf 159,30 USD.

Apple im Vergleich mit seinem Saisonal-Chart

Und wo wir gerade schon beim Thema Kurse sind, lassen Sie uns doch einmal gemeinsam auf den Apple-Chart schauen!

Heute habe ich den Verlauf der vergangenen 12 Monate einmal mit dem Saisonal-Chart unterlegt.

Sie kennen das bereits aus anderen Beiträgen:

Der Saisonal-Chart zeigt Ihnen den Durchschnitt der addierten Kursbewegungen zurückliegender Jahre. In diesem Fall ist es das Mittel der letzten Dekade.

apple in usd_02-08-2017

Apple in USD: Rallye bis Anfang September zeichnet sich ab

Die dickeren vertikalen Balken signalisieren Ihnen Start (grün) und Ende (rot) der übergeordneten saisonalen Aufwärts-Bewegung.

Die dünneren Balken markieren auffällige Zwischenhochs und Zwischentiefs.

Was Sie bei Saisonal-Charts stets beachten sollten

Wichtig ist bei Saisonal-Charts immer: Sie bieten Ihnen KEINE Garantie, dass sich der künftige Kursverlauf exakt so verhält wie in der Vergangenheit.

Beginn und Ende der Auf- und Abwärts-Bewegungen variieren nicht selten um mehrere Tage.

Was Sie jedoch von einem Saisonal-Chart erwarten können:

Er gibt Ihnen Wahrscheinlichkeiten an die Hand, mit denen Sie Ihre Erfolgs-Quote beim Investieren spürbar verbessern können.

Fazit

Der Apple-Saisonal-Chart der vergangenen 10 Jahre zeigt Ihnen, dass mit dem Beginn des Monats September häufig eine scharfe Korrektur einherging.

Anfang Oktober startete die Aktie dann meist einen 11-monatigen Aufwärtstrend.

Dieser wurde in der Rückschau – natürlich! – von zwischenzeitlichen Gegenbewegungen unterbrochen, die durchaus kräftig ausfielen.

Und tatsächlich brachte der Zeitraum Mai / Juni auch in diesem Jahr wieder eine deutliche Korrektur mit sich.

Dafür wichen die Marktphasen von Anfang Oktober 2016 bis Ende Februar 2017 teils signifikant von der durchschnittlichen Entwicklung der letzten Dekade ab.

Erst von März bis Mitte Mai liefen Kurs und Saisonal-Chart wieder „synchron“.

Nach den gestern vorgelegten überzeugenden Zahlen dürfte sich die Apple-Notierung im August weiter aufwärts entwickeln. Darauf deutet auch der nachbörsliche Kurssprung hin.

Die daraus resultierende, fortgeführte „Synchronizität“ würde die Wahrscheinlichkeit für eine erneute Korrektur im Oktober dieses Jahres erhöhen.

2. August 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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