Apple: Neue Details zum Apple-Auto enthüllt

Es ist passiert, was lange befürchtet worden war und was sich in den vergangenen Wochen immer deutlicher abgezeichnet hatte: Apple hat im ersten Quartal 2016 einen Rückgang bei den iPhone-Verkäufen einstecken müssen – zum ersten Mal überhaupt, seit das Kulttelefon 2007 auf den Markt kam und die Ära der Smartphones einläutete.

Nur noch 51,2 Millionen iPhones gingen von Januar bis März über die Ladentische, das entspricht einem Rückgang von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Erlöse gingen um 13 Prozent zurück auf 50,56 Milliarden Dollar. Insgesamt beläuft sich der Gewinneinbruch auf mehr als 22 Prozent.

iPhone wichtigster Indikator für Apples Erfolg

Allerdings ist das Jammern auf ziemlich hohem Niveau, immerhin beliefen sich die Einnahmen immer noch auf mehr als 10 Milliarden US-Dollar. Dennoch war die Enttäuschung auf Seiten der Anleger groß, denn Analysten hatten zwar einen Rückgang vorhergesagt, waren aber von nicht ganz so schlechten Zahlen ausgegangen. Auch die Prognose für das laufende Quartal blieb hinter den Erwartungen zurück, woraufhin die Apple Aktie deutlich ins Minus rutschte.

Der Erfolg des iPhones gilt seit seiner Markteinführung als Stimmungsbarometer für Apple, immerhin steuert das Telefon rund zwei Drittel der Umsätze bei und ist somit das wichtigste Einzelprodukt. Sein Erfolg – oder Misserfolg – entscheidet über Wohl und Wehe des Konzerns, so die Lesart mancher Analysten.

iCar-Pläne werden konkreter

Doch es gibt Hoffnung für Apple-Anhänger: Das vielbeschworene iCar, ein Elektroauto des Kultkonzerns, nimmt immer konkretere Züge an. Kürzlich wurde bekannt, dass auch Experten aus der deutschen Automobilbranche inzwischen zu Apple gewechselt sind und in Berlin in einem geheimen Labor an der Zukunft forschen.

Denn Apple wird nicht irgendein Auto bauen, sondern ist schon allein aus mangelnder Erfahrung in dem Segment dazu gezwungen, von Grund auf neu zu denken. Das sorgt für enormes Innovationspotenzial, auch und vor allem gegenüber etablierten Branchengrößen wie BMW, Daimler oder Volkswagen.

Das Silicon Valley bläst zum Angriff auf die angestaubte Benzinertechnologie. Tesla ist mit seinen Elektrofahrzeugen bereits sehr erfolgreich, und nicht nur Apple, sondern auch Konkurrent Google forscht an einem eigenen Auto.

Revolution auf der Straße schon ab 2019?

Obwohl Apple bislang nicht einmal offiziell bestätigen wollte, überhaupt an einem iCar zu forschen, sind inzwischen sogar Termine für die mögliche Markteinführung durchgesickert. 2019 oder 2020 könnten demnach die ersten Autos aus dem Hause Apple auch über deutsche Straßen rollen, zunächst im Rahmen von Carsharing-Modellen, bei denen die Autos nach Bedarf flexibel angemietet und exakt abgerechnet werden.

Was auch auf hiesigen Automobilmessen immer deutlicher wird: Die Softwarekomponente wird in der Zukunft eine wesentliche Rolle spielen. Fahrassistenzsysteme und Vernetzung werden immer weiter verfeinert und gewinnen an Bedeutung. Gerade in diesem Segment haben Apple und Google der Konkurrenz der etablierten Autobauer einiges voraus: Während letztere allmählich mühsam nachrüsten müssen, können sich die Technologiegiganten von Anfang an darauf konzentrieren, das Auto um die vorhandene Software herum zu konstruieren.

Gut möglich, dass sie damit in ein paar Jahren die nächste Revolution einläuten. Für den Erfolg von Apple und seiner Aktie könnte dann das iPhone in den Hintergrund rücken.

2016-04-27 Apple

30. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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