Apple schnappt sich Fleetsmith

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Aus den USA ist ein weiterer Übernahmedeal eines Großkonzerns zu vermelden. Apple kaufte in der vergangenen Woche das IT-Startup Fleetsmith. (Foto: NYC Russ / Shutterstock.com)

In den Vereinigten Staaten gehören Übernahmen zum Tagesgeschäft. Insbesondere die finanzkräftigen Konzerne können dabei auf eine lange Liste von Akquisitionen verweisen.

Nachdem ich Ihnen gestern bereits über einen aktuellen Deal von Amazon berichtet habe, kann ich Sie heute über einen Zukauf informieren, den der Technologie- und Mobiltelefon-Konzern Apple in der letzten Woche getätigt hat.

Der Konzern aus dem Silicon Valley hat am vergangenen Mittwoch die Software-Schmiede Fleetsmith aus San Francisco gekauft. Dieses geht aus einem Blogeintrag des IT-Startups hervor. Apple hat sich jedoch bisher weder zum Übernahmedeal noch zum vereinbarten Kaufpreis geäußert.

Fleetsmith entwickelt Firmensoftware auf Apple-Basis

Das IT-Startup Fleetsmith wurde 2016 in San Francisco gegründet. Das Unternehmen beschäftigt etwas mehr als 50 Mitarbeiter und entwickelt eine Gerätemanagement-Software, mit der alle mobilen und stationären IT-Geräte eines Unternehmens verwaltet bzw. gesteuert werden kann.

Dabei ist die von Fleetsmith entwickelte Software auf Apple-Geräten, wie etwa iPhones, iPads, Apple-TV und Macs, ausgerichtet. Über eine Benutzeroberfläche, dem sog. Dashboard, können alle Apple-Geräte eines Unternehmens eingerichtet, angezeigt, gewartet, gesichert und mit aktuellen Uploads versehen werden.

Zu seinen Kunden zählt Fleetsmith Unternehmen wie das Fintech-Unternehmen Robinhood aus Menlo Park/Kalifornien und das Cybersecurity-Unternehmen HackerOne aus San Francisco.

Fleetsmith hat bisher in vier Finanzierungsrunden insgesamt 40,8 Mio. US-Dollar (USD) an Finanzmitteln aufgebracht. Unter den Investoren waren z. B. einer der ersten Risikokapitalgeber der USA, Menlo Ventures sowie Tiger Global Management, Upfront Ventures und Harrison Metal.

Software-Anpassungen bereits vor Übernahme

In bei Computerfreaks beliebten Internetforen wurde bereits vor dem Bekanntwerden der Übernahme bemängelt, dass Fleetsmith bestimmte Funktionen seiner Gerätemanagement-Software gelöscht bzw. in seinem Umfang eingeschränkt habe.

So wurde z. B. ein Katalog, in dem Software von anderen Anbietern als Apple gelistet und verwaltet bzw. aktualisiert werden konnte, von Fleetsmith aus dem Angebot herausgenommen. Ein möglicher Grund für diese Software-Anpassungen mag die anstehende Übernahme durch Apple gewesen sein.

Wie es weitergehen kann

In seinem Blogeintrag erklärte Fleetsmith, dass das Unternehmen begeistert sei, zukünftig ein Teil von Apple zu sein und bedankt sich bei seinen Kunden für die Zusammenarbeit. Darüber hinaus erklärt Fleetsmith, dass das Unternehmen sich darauf freue, seine Software „weiterhin an bestehende und neue Kunden zu liefern“.

Dies deutet zumindest darauf hin, dass Fleetsmith unter dem Dach von Apple noch weiterhin unter eigenem Namen auftreten wird. Dazu hat sich Apple bisher jedoch noch nicht geäußert. Die Transaktion bedarf noch der Zustimmung der Aufsichtsbehörden.

Die Bekanntgabe der Übernahme durch Fleetsmith hatte nur geringe Auswirkungen auf den Kurs der Apple-Aktien. Dieser verlor im Tagesverlauf des 24.06.2020 an der NASDAQ leicht um -1,77% und ging mit 360,06 USD aus dem Handel. Der Vergleichsindex der größten US-Werte, der S&P500, verlor an diesem Tag sogar -3%. Somit hat sich der Kurs der Apple-Aktie trotz Verluste noch vergleichsweise gut entwickelt.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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