Apple: Spekulationen um Streaming-Dienst treiben Kurs nach oben

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Apple-Aktie im Aufwind. Spekulationen um neuen Streaming-Dienst lassen Anleger frohlocken. Das Dienstleistungsgeschäft könnte mit dem neuen Angebot weiteren Schub erlangen. (Foto: Francesco Marino - Fotolia)

An der Apple-Aktie scheiden sich momentan die Geister. Skeptiker verweisen darauf, dass Apple mit dem iPhone an seine Wachstumsgrenzen stößt. Befürworter setzen ihre Hoffnungen hingegen auf das gewinnträchtige Servicegeschäft (Appstore & Co.), das zukünftig weiter an Fahrt aufnehmen wird. Das Apple-Ökosystem bietet im Servicegeschäft riesige Potenziale, die Apple nutzen will.

Diese Ambivalenz können Sie hervorragend an der hohen Schwankungsbreite der Aktie ablesen. Stürzte der Kurs in der Korrektur im vierten Quartal letzten Jahres um zeitweise 38% in den Keller, starteten die Papiere seither eine beeindruckende Erholungsrally. Zuletzt kletterte der Marktwert des Technologiegiganten wieder über die 900 Milliarden Dollar-Marke. Dabei ging der jüngste Kursschub auf das Konto des geplanten Videodienstes, der die Anleger in die Aktie lockte.

Daumen hoch für geplanten Streaming-Dienst

Ohne dass bislang viele Details zum Streaming-Angebot veröffentlicht wurden, lobten Experten die strategische Stoßrichtung. Im Laufe des heutigen Tages (ab 18 Uhr deutscher Zeit) wird der Konzern aus Cupertino im Rahmen einer Präsentation weitere Einzelheiten veröffentlichen.

Fest steht allerdings eines: Der Streaming-Dienst könnte ein wichtiger Baustein werden, um die zuletzt schwächelnden iPhone-Verkäufe zu kompensieren. Branchenexperten gehen davon aus, dass der Konzern mit dem Apfellogo seinen Abo-Dienst weltweit ausrollen wird.

Milliardenschwere Einnahmen erwartet

Laut den Analysten könnte ein zusätzliches Filmangebot zum streamen über das Internet jährlich zwischen 7 und 10 Milliarden Dollar einspielen. Zusätzlich könnte der Dienst auch mehr Kunden zum bereits bestehenden Musik-Streaming-Angebot locken. Derweil wird wild spekuliert, wie der Dienst aussehen könnte.

Dabei könnte es sich bei Apples Angebot eher um eine Plattform für Dritte handeln. Einige Branchenexperten rechnen damit, dass Apple seine TV-App umkrempeln könnte und dort einen Marktplatz für mehrere Streaming-Dienstleister wie Amazon Prime, und HBO an den Start bringen wird. Fest steht aber bereits: Netflix wird kein Teil des Angebots sein.

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Apple winkt mit riesiger Kundenbasis

Der Dienst könnte sich als klassische Win-Win-Situation herausstellen. Nutzer von Apple-Geräten könnten einfach ein Abo auswählen und direkt über die Plattform buchen. Bei einer Kombination mehrerer Angebote könnte ein attraktiver Rabatt rausspringen. Apple behält dann ein Anteil der Einnahmen für sich. Dabei sollen die Streams offenbar direkt über die Apple-Plattform laufen.

Damit hätte der Technologieriese auch direkten Zugriff auf die Nutzungsdaten der Kunden. Die Partner dürften unterdessen scharf auf die Kundenbasis von Apple sein. Immerhin kann der US-Konzern auf eine Nutzerschaft in Höhe von knapp 1,4 Milliarden Kunden zugreifen.

Dem Service-Geschäft gehört die Zukunft

Jedenfalls könnte mit dem neuen Streaming-Dienst die Abhängigkeit von den Smartphone-Verkäufen weiter reduziert werden. Zuletzt erwirtschaftete Apple mit seinen iPhones noch über 60% der gesamten Konzernerlöse. Das stark wachsende Dienstleistungsgeschäft mit 37,2 Milliarden Dollar Jahresumsatz steuerte zwar nur 14% zum Gesamtumsatz bei, zeigte aber satte Wachstumsraten. Immerhin haben sich die Umsätze in den letzten drei Jahren in diesem Bereich verdoppelt.

Warren Buffett hält Apple die Treue

Über den jüngsten Kursanstieg dürfte sich vor allem auch die Investmentlegende Warren Buffet gefreut haben. Immerhin hält der Starinvestor knapp 250 Millionen Aktien. Das entspricht 5,29% aller ausstehenden Aktien. Mit einem Gegenwert von 39,37 Milliarden Dollar hat Buffet immerhin 21,51% seines gesamten Portfolios in dem Technologieunternehmen investiert.

Seine ersten Papiere hat der Großanleger übrigens im ersten Quartal 2016 eingesammelt und seither die Position massiv ausgebaut. Mittlerweile sitzt er mit seiner Position auf einem Buchgewinn von knapp 31%.


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.