Apple und Co. setzen auf „Made in Germany“

In Sachen „High-Tech“ gilt das Silicon Valley im US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien als das Maß aller Dinge. Doch ohne den deutschen Mittelstand würde dies nicht funktionieren.

Selbst Tim Cook, Chef des teuersten und vielleicht auch innovativsten Unternehmens der Welt, Apple, bezeichnete deutsche Lieferanten als die „besten der Welt“. Warum die US-Technik-Pioniere den deutschen Mittelstand so lieben, erfahren Sie jetzt.

Tesla setzt auf deutsche Maschinenbauer

Der US-Elektroauto-Pionier Tesla will seine Kapazitäten massiv erweitern und setzt dabei unter anderem auf zwei mittelständische Maschinenbauer aus Deutschland. Die beiden baden-württembergischen Unternehmen Eisenmann und Dürr werden Tesla zwei neue Lackierstraßen bescheren.

Eisenmann wird die beiden Lackierstraßen errichten und Dürr wird diese mit insgesamt 174 Lackierrobotern ausstatten. Für Eisenmann handelt es sich dabei um den nach eigenen Angaben größten Auftrag der Firmengeschichte. Vorstandschef Matthias von Krauland spricht von einem „dreistelligen Millionenbetrag“.

Derartige Aufträge sind keine Einzelfälle

Diese Aufträge sind kein Zufall, denn natürlich sind auch die US-Technologiepioniere auf zuverlässige Lieferanten angewiesen. Und deutsche Mittelständler können von ihrem Qualitätsruf profitieren und weiter mit wachsenden Ausfuhren in die USA rechnen.

Die Managementberatung Bain & Co rechnet in ihrer Studie „Go West“ für Maschinen- und Anlagenbauer ein Wachstum der US-Importe aus Deutschland von 28% bis 2017 vor. Ein Grund: „Die hiesige Exportstruktur entspricht den Bedürfnissen der zu alter Stärke zurückkehrenden US-Wirtschaft“, so die Berater.

„Ihr seid die Besten der Welt“. Das sind Sätze, die einem Amerikaner nur schwer über die Lippen kommen, wenn es um ausländische Unternehmen geht. Aber Apple-Chef Tim Cook ist da scheinbar eine Ausnahme.

Er war kürzlich nach Deutschland gereist, um das letzte Stück Glasfassade für das gigantische neue Apple-Hauptquartier beim schwäbischen Hersteller Seele abzuholen. „Ohne euch hätten wir das gar nicht machen können“, legte der Herrscher über das wertvollste börsennotierte Unternehmen noch einmal nach.

Das ist der Ritterschlag für Unternehmen, das man ohne Zögern ganz oben in der Liste der sogenannten „Hidden Champions“ des deutschen Mittelstands einordnen kann. Seele setzt im Jahr rund 200 Mio. Euro um. Zum Vergleich: Apple macht pro Tag (!) allein mit seinem iPhone fast dreimal so viel Umsatz.

Fazit: Aufträge werden weiterhin zunehmen

Die USA sind ein riesiger Markt für den deutschen Maschinenbau. Laut Branchenverband VDMA wurden in den USA im vergangenen Jahr 2014 für rund 18,8 Mrd. Euro deutsche Maschinen verkauft. Das bedeutet ein Plus von 1 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Und jetzt, da der Dollar gegenüber dem Euro deutlich zugelegt hat, wird der Appetit auf deutsche Ingenieurskunst in den USA weiter zunehmen.

16. April 2015

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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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