Apple und IBM, Erfolg mit unterschiedlichen Konzepten

Das iPhone lässt bei Apple die Kasse klingeln.

Der Umsatz für das 2. Quartal übertraf mit einem Zuwachs um 27% auf 58 Mrd $ alle Erwartungen. Der Gewinn je Aktie stieg um 40% auf 2,33 $. Zu verdanken ist dies dem starken Absatz des neuen iPhone 6.

Die Verkäufe, die bereits im Weihnachtsquartal für einsame Rekorde bei Umsatz und Gewinn gesorgt hatten, stiegen um 40% auf 61,2 Mio Geräte. Das Wachstum wurde auch durch Rekordumsätze bei Mac-Verkäufen sowie Rekordergebnisse beim App Store getrieben.

Eine Schwachstelle bleibt allerdings der Absatz der iPad-Tablets

Ihre Verkäufe sanken um fast ein Viertel auf 12,6 Mio Stück. Apple versucht, über eine Partnerschaft mit IBM, den Absatz der Tablets in Unternehmen anzukurbeln. China war erneut ein entscheidender Wachstumstreiber. Von dort kamen mit 16,8 Mrd $ knapp 29% des Geschäfts. Der Umsatz stieg um 71%.

Im Gegensatz zu vielen anderen US-Unternehmen konnte Apple trotz ungünstiger Währungskurse auch in Europa ein Wachstum verzeichnen: Die Umsätze stiegen um 12% auf 12,2 Mrd $. Mit so viel Geld fällt es Apple leicht, seine Aktionäre zu verwöhnen.

Bis Ende März 2017 sollen 200 Mrd $ den Aktionären in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen zu Gute kommen: 70 Mrd $ mehr als bisher dafür eingeplant waren. Die Quartalsdividende wurde um 11% angehoben.

Gut möglich, dass Apple im Gesamtjahr noch besser abschneidet als vom Markt erwartet. Denn jetzt ist die Smartwatch im Handel, mit der Apple erstmals im Uhrengeschäft mitmischt.

Unternehmensporträt

Apple Inc. designt, produziert und vermarktet PCs und Server sowie Hard-/Software und Kommunikationslösungen. Kundenzielgruppen sind primär die Bereiche Bildung, Konsum, Unternehmen.

Die Produktpalette umfasst Desktop-Geräte (Macintosh, iMac), Notebooks (iBooks, Titanium), Peripheriegeräte sowie Multimediageräte und Handys (iPod, iPad, iPhone). Apple-PCs und das Mac OS X halten eine Sonderstellung im Wintel-Markt (Microsoft-Windows und Intel).

Konzernumbau sorgt vorübergehend für Absatzschwäche

Bei IBM sanken die Umsätze im 1. Quartal um 12% auf 19,6 Mrd $. Abstriche mussten auch beim Gewinn gemacht werden, resultierte doch nur noch eine Summe von 2,33 Mrd $ – 2,4% weniger als im Vorjahr. Pro Aktie verdiente IBM ohne Sonderkosten aber 2,91 $ und damit 11 Cent mehr als vom Markt erwartet.

Gegenwind bekommt IBM weiter vom starken Dollar, der US-Produkte im Ausland verteuert und damit die Nachfrage schwächt. IBM erwirtschaftet mehr als die Hälfte seines Umsatzes im Ausland.

Vom Hardware-Geschäft zum gewinnträchtigen Geschäft mit Software und Clouds

Der weltgrößte IT-Dienstleister treibt den Wandel vom weniger lukrativen Hardware-Geschäft zu gewinnträchtigeren Bereichen wie Sicherheitssoftware oder Cloud-Diensten voran.

Cloud-Dienste bietet IBM bereits über die erworbene Firma Softlayer an, die in den vergangenen 10 Monaten weltweit 13 neue Rechenzentren eröffnet hat. Und IBM kann in dieser Sparte gesundes Wachstum vorweisen: Immerhin 75% Umsatzplus innerhalb der letzten 4 Quartale.

So will Big Blue ab 2018 mit der Datenverarbeitung im Internet sowie anderer Bereiche wie etwa der Erfassung und Verwertung von Datenmengen (Big Data) jährlich 40 Mrd $ umsetzen – 60% mehr als 2014. Jüngst wurde zudem die Übernahme des IT-Gesundheitsspezialisten Phytel erfolgreich abgeschlossen.

Das Unternehmen entwickelt und vertreibt Cloud-basierte Services, die Gesundheitsanbietern dabei helfen sollen, Gesundheitsmaßnahmen zu koordinieren. Der Konzernumbau geht langsam voran und verlangt von den Investoren viel Geduld. Den Aktionären scheint aber ganz offensichtlich zu gefallen, was die Chefin macht.

Unternehmensporträt

IBM (International Business Machines) bietet als weltweit führender IT-Konzern eine breite Palette von Dienstleistungen (Outsourcing, Webhosting), Lösungen, Software und Technologien bis hin zu Finanzierungen an.

Die Produktpalette umfasst Hardware (Workstations, Server, Mainframerechner, Drucker, Mikroelektronik, Speichersysteme, Netzwerke), Software (E-Commerce, Datenbanken) und Dienstleistungen im IT-Bereich.

20. Juli 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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