Apple und Samsung in einer Aktie?

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Zulieferer können ein gutes Investment sein – wenn die Branche stimmt. An dieser Stelle lesen Sie, was wir von Dialog Semiconductor halten: (Foto: Lester Balajadia / shutterstock.com)

Ohne Mikrochips funktioniert heute kaum mehr ein Elektrogerät, selbst Kühlschränke und Kaffeemaschinen sind heutzutage vernetzt.

Ein Unternehmen aus Deutschland stellt Chips her, die v. a. in Mobiltelefonen verbaut werden.

Ein überaus erfolgreicher deutscher Chip-Hersteller

Dessen Aktie legte in den vergangenen Jahren eine satte Entwicklung aufs Parkett und vervielfachte sich langfristig.

Von welchem Wert wir berichten? – Die Rede ist von Dialog Semiconductor, einer Aktie, die zwar keine Dividende, aber dafür Kurs-Potenzial verspricht.

Dialog Semiconductor (DS) entwickelt energieeffiziente Mixed-Signal-Schaltungen (Chips mit analogen und digitalen Schaltkreisen), die in Handys, Beleuchtungen und Displays sowie im Automobil-Bereich eingesetzt werden.

Neben Deutschland unterhält der Konzern Niederlassungen in Großbritannien, Österreich, Japan, Taiwan und den USA.

Dialog Semiconductor (DS) gibt durchwachsenes Bild ab

Dialog Semiconductor hat für die ersten 9 Monate eher ernüchternde Zahlen präsentiert, die Aussichten sind aber weiterhin positiv:

Der Umsatz stieg um 6,8% auf 889 Mio. $ – ein neuer Rekord! Dennoch musste unterm Strich ein großer Gewinn-Rückgang verkraftet werden – das Wachstum ist teuer…

Die enorme Abhängigkeit vom Lifestyle-Giganten Apple belastet die operative Marge. Aufgrund der Marktmacht kann Apple immer günstigere Verkaufs-Preise gegen DS durchsetzen.

Der Gewinn von Dialog hat sich mehr als halbiert und lag bei nur noch 1,14 $ pro Aktie.

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Neben der schwächelnden operativen Marge waren für den Gewinn-Rückgang aber auch die hohen Sonderbelastungen verantwortlich.

Die Übernahme von Amtel ist gescheitert. Die bisher getätigten Investitionen mussten deshalb abgeschrieben werden. Dennoch sind die operativen Aussichten weiterhin sehr positiv.

Kochen Apple und Samsung bald ihr eigenes Süppchen?

Die Abhängigkeit von Apple ist ein Umsatz-Garant; das Tech-Unternehmen aus dem Silicon Valley erzielte ebenfalls wieder Rekord-Umsätze.

Daher ist auch bei DS mit weiteren Auftrags-Eingängen zu rechnen. Zudem hat sich der Konzern einen weiten Patentschutz aufgebaut, um den selbst Apple nicht herumkommt.

Doch die Konkurrenz schläft nicht: Apple und Samsung verstärken bereits ihre hauseigene Produktion. Langfristig könnten somit wichtige Aufträge wegfallen.

DS muss sich deshalb etwas einfallen lassen, um den Wachstumskurs beibehalten zu können. Der Konzern arbeitet deshalb intensiv an der Verbesserung seiner Abnehmer-Strukturen.

Das müssen Anleger wissen

Obwohl wir die Aktie noch immer positiv sehen, hat sich die Lage für das Unternehmen aus unserer Sicht eingetrübt:

Die Bewertung ist hoch und der Fokus auf wenige Großkunden gefährlich.

Zwar schützen Patente Dialog Semiconductor, doch gilt dieser Schutz nicht ewig. Investoren sollten sich dieser Situation bewusst sein.

An schwachen Tagen ist die Aktie trotzdem eine Kaufüberlegung wert.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.