Apple vom Coronavirus infiziert

Apple iphone 11 – shu

Jetzt wirkt sich der Coronavirus auch auf die Weltwirtschaft aus. Apple muss seine Prognose nach unten revidieren. (Foto: NYC Russ / Shutterstock.com)

Nun also doch: Inzwischen haben wir uns längst an die täglichen Zahlen der Neuerkrankungen und der Todesfälle – ausgelöst durch das Coronavirus – gewöhnt und den Nachrichten – mit Zurückhaltung – geglaubt, dass diese Epidemie kaum Auswirkungen – möglicherweise nur in geringen Ausmaß – auf die Wirtschaft habe. Seit Montagabend sind wir allerdings eines Besseren belehrt worden. Inzwischen ist mit Apple selbst der wertvollste Konzern der Welt vom Virus infiziert.

Umsatzprognose von Ende Januar revidiert

Noch Ende Januar zeigte sich der Apple-Konzern zuversichtlich. Zwar wurde – auf Grund des Coronavirus – damals schon eine breite Umsatzprognose zwischen 63 und 67 Mrd. US-Dollar in Aussicht gestellt. Doch inzwischen hat sich die Situation weiter verdüstert – diese Zahlen können nicht erreicht werden. Eine genaue Prognose wurde allerdings nicht gegeben.

Zu dieser Umsatzwarnung kommt es, da es bei den iPhones inzwischen zu ersten Lieferengpässen kommt. Die Produktion wird in China – nach der verlängerten chinesischen Ferien- und Urlaubszeit im Zuge des chinesischen Neujahresfestes – erst ganz langsam wieder hochgefahren. Zudem bleiben die Absätze in China hinter den Erwartungen zurück, da zahlreiche Apple-Stores im Reich der Mitte auf Grund des Virus weiter geschlossen bleiben bzw. die geöffneten Geschäfte wenige Besucher anlocken.

Zweite Warnung innerhalb eines Jahres

Besonders tragisch – innerhalb von nur einem Jahr wurden nun zweimal Umsatzprognosen zurückgenommen: Im Weihnachtsquartal 2018 wurde die Abschwächung der chinesischen Wirtschaft als Begründung dafür genommen, dass die iPhone-Verkäufe schlechter als zunächst prognostiziert verliefen.

Für Panik kein Anlass

Allerdings besteht für panikartige Verkäufe kein Anlass, was auch das Kursgeschehen nach der Warnung widerspiegelt. Natürlich zeigte sich die Apple-Aktie gestern von der schwächeren Seite – doch von Ausverkauf kann keine Rede sein.

Was die Anleger beruhigt: Ein deutlicher Anstieg, wachsende Absatzzahlen usw. wurden nur nach hinten verschoben. Allerdings darf man gespannt sein, wann dies sein wird – denn inzwischen mehren sich die Anzeichen dafür, dass der Höhepunkt des Coronavirus noch immer nicht erreicht ist. Aus diesem Grund rechne ich in Kürze mit weiteren Gewinnwarnungen in allen Branchen – doch auch hier handelt es sich nur um ein kurzzeitiges Ereignis und dürfte dann im Jahresverlauf schnell kompensiert werden.

Eindrucksvolle Entwicklung der Apple-Aktie

Insgesamt kann sich die Performance von Apple ohnehin sehen lassen: Bereits seit Beginn des Jahres gab es zweistellige Zuwächse und auf Sicht eines Jahres konnte sich der Wert fast verdoppeln. Mit einem prognostizierten KGV von 23 für dieses Jahr ist der Wert dennoch noch nicht hoch bewertet.

Anleger, die von dem Unternehmen begeistert sind – neben den bekannten Umsatzträgern iPhone, iPad und Apple Watch ist der Konzern zudem auf die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Computerhardware und Musikträgern spezialisiert – sollten daher eine mögliche Kursschwäche zum Einstieg oder Nachkaufen nutzen.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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