Aktie von Arcandor steuert auf eine Katastrophe zu

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

In diesen Tagen spielen Arcandor-Anleger mit einem großen Risiko. Die Wertpapiere können bald wertlos sein. Experten raten zum Verkauf. (Foto: Deutsche Börse AG)

Vorsicht vor der Aktie von Arcandor!

Zum Wochenauftakt präsentiert sich der deutsche Leitindex praktisch unverändert. Zum Handelsschluss notiert der DAX 0,3% stärker und schließt bei 6.155 Punkten.

Grund für die müde Seitwärtsbewegung: In den USA ist heute Labour Day – die Börse in New York bleibt geschlossen.

Erst morgen sind wieder alle Händler zurück. Dann kann nach der langen Sommerpause der heiße „Börsen-Herbst“ beginnen. Da heute die Signale von der Wall Street fehlten, bewegte sich der Dax nur im Zeitlupentempo.

Echte Zocker können daher heute nur im Casino ihr Glück herausfordern – oder alternativ ihr Geld mit Arcandor Aktien verlieren.

Arcandor Aktienkurs: Den letzten beißen die Hunde

Der Schlussgong versteht sich als kritischer Börsen-Newsletter, der die Leser auch vor negativen Überraschungen warnt.

Ich habe hier bereits mehrfach auf Gefahren mit Zocker-Aktien, Mantel-Spekulationen und nicht börsennotierten Genussscheinen und Anleihen hingewiesen.

Jetzt muss ich Sie wieder warnen: Finger weg von den heißen Arcandor-Aktien!

In den Medien wird in diesen Tagen immer wieder auf die Karstadt-Rettung durch den deutsch-amerikanischen Unternehmer Nicolas Berggruen hingewiesen.

Wer glaubt, sich jetzt schnell noch günstig in ein demnächst florierendes Unternehmen einkaufen zu können und Arcandor-Aktien kaufen möchte (der Karstadt- Konzern heißt seid einigen Jahren offiziell Arcandor), sollte genau nachrechnen.

Wer schon gekauft hat, kann morgen etwas eher aufstehen, um pünktlich zum Börsenstart zu verkaufen und zu retten, was noch zu retten ist. Den letzten beißen die Hunde!

In diesem Fall: Wer am Ende die Arcandor Aktien im Depot hat, wird zu 99,9% erleben, wie diese „Wertpapiere“ vollkommen wertlos ausgebucht werden. Es droht ein Totalverlust.

Börsenwert über 50 Mio. Euro – Liquidationswert voraussichtlich 0 Euro

Genau wie die alte General Motors-Aktie, vor der ich hier im Schlussgong vor einigen Monaten gewarnt habe, ist auch die Arcandor-Aktie nur noch eine Börsenhülle ohne echten Wert.

Trotzdem steigt der Aktienkurs immer mal wieder um 20 oder 30%, bevor er wieder Richtung 0 fällt. Das gleiche Spiel wie bei General Motors vor einem Jahr. Warnhinweise werden konsequent ignoriert.

So sagt selbst der Konkursverwalter Klaus Görg, dass es aus seiner Sicht ausgeschlossen ist, als Aktionär der Arcandor AG aus den Verwertungserlösen noch Ausschüttungen zu erhalten. Ausgeschlossen!

Die Schulden sind größer als das Vermögen. Trotzdem wechselten am Freitag rund 50 Millionen Aktien den Besitzer. Die Verkäufer kann ich sehr gut verstehen, aber wer kauft 50 Millionen Schrott-Aktien?

Der Börsenwert von Arcandor liegt noch immer bei über 50 Mio. Euro, obwohl klar sein sollte, dass die Aktionäre am Ende leer ausgehen.

Aktie von Arcandor: Unwissenheit schützt vor Verlusten nicht

Es stellt sich die Frage, wer so fahrlässig ist und noch mit Arcandor-Aktien handelt. Eine mögliche Erklärung wären Leerverkäufer.

Die haben „zu Lebzeiten“ geliehene Aktien von Arcandor verkauft und müssen nun zurückkaufen.

Eine andere Gruppe wären Daytrader (Tageshändler). Daytrader hoffen auf Kursgewinne binnen eines Tages, was mehr einem Casinobesuch denn einer überlegten Investition gleichkommt.

Dann gibt es noch die Glücksritter und Uninformierten. Die Glücksritter hoffen, dass in irgendeinem Arcandor-Verwaltungsgebäude eventuell ein Schatz aus purem Gold steht.

Die Uninformierten haben die Pleite von Arcandor immer noch nicht mitbekommen oder nicht verstanden, dass die Karstadt-Rettung der Arcandor-Aktie nicht mehr hilft.

Ehemalige Karstadt-Aktie nur optisch günstig – Sofort verkaufen

Das ist der Punkt. Die jetzt geretteten Karstadt-Kaufhäuser gehören nicht mehr zum Arcandor-Vermögen.

Wer jetzt einsteigt, weil der Aktienkurs derzeit mit 0,19 € „historisch und optisch günstig“ ist – die Aktie hat ja mal 32 € gekostet – wettet beim Pferderennen auf ein totes Pferd.

Karstadt ist (vorerst) gerettet – Arcandor nicht.  Karstadt hat (eventuell) eine Zukunft, Arcandor nicht.

Ein augenscheinlich günstiger Aktienkurs bietet keine Einstiegsmöglichkeit. Und ja – es geht noch tiefer als 19 Cent. Das Kursziel liegt nach meiner Berechnung bei ziemlich genau 0,00 €.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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