Arconic: Aluminiumspezialist peilt Aufspaltung an

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Aluminiumspezialist Arconic zieht Konsequenzen nach Übernahme-Aus. Eine Aufspaltung und Sparmaßnahmen sollen den Konzern auf Kurs bringen. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Bei dem US-Aluminiumkonzern Arconic setzt sich die turbulente Entwicklung fort. Erst stellte sich der Konzern zum Verkauf und suchte monatelang nach einem passenden Angebot. Dann folgte das abrupte Ende der Verhandlungen, weil dem Hersteller von Metallteilen für Flugzeuge und Autos die Offerte zu niedrig war.

Doch langweilig wird es trotzdem nicht. In einem Strategieupdate hat Arconic gerade seine neuen Pläne bekanntgegeben. Neben massiven Umstrukturierungen und Kostensparmaßnahmen kündigte der Konzern die geplante Aufspaltung in zwei Geschäftsbereiche an.

Die Aktionäre zeigen sich bislang aber eher skeptisch und schickten den Aktienkurs zuletzt nochmals deutlich in den Keller. Momentan notieren die Papiere mit 17,10 Dollar deutlich unter dem Preis, den die Beteiligungsgesellschaft Apollo Global Management im Rahmen der Verkaufsverhandlungen geboten hatte (22,20 pro Aktie). Auf Zwölfmonatssicht liegen Arconic-Anleger damit gut 30% in der Verlustzone.

Arconic mit kräftigem Gegenwind

Vor gut zwei Jahren wurde Arconic wurde der Konzern von Alcoa abgespalten und notiert seither als eigenständiges Unternehmen an der Börse. Zuletzt tat sich das Unternehmen allerdings schwer. In seinem gewinnträchtigen Geschäft als Zulieferer für die Luftfahrtindustrie musste sich Arconic zunehmend einem harten Wettbewerb stellen. Arconic hat sich in diesem Bereich auf hochwertige Aluminium- und Titanlegierungen spezialisiert.

Zeitgleich bekam Arconic es in seinem zweiten Geschäftsbereich mit Walzprodukten mit steigenden Aluminiumpreisen zu tun, was die Gewinnmargen schmälerte.

Aufspaltung soll Verkauf erleichtern

Jetzt zieht die Konzernführung aus den gescheiterten Verkaufsgesprächen die Konsequenz und plant die eigene Aufspaltung. Die Argumentation dahinter: Für kleinere Häppchen der Firma könnte Arconic leichter einen Käufer finden.

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Allerdings steht noch nicht fest, wie das Ganze von statten gehen soll. Möglich wäre ein separater Börsengang des Luftfahrtgeschäfts oder ein Spin-Off des Segments mit Walzprodukten. Für nicht zum Kerngeschäft gehörende Bereiche könnten separate Käufer gesucht werden. Momentan versucht Arconic bereits, für seine Produkte für den Fassadenbau einen Interessenten aufzutreiben.

Arconic lässt den Rotstift kreisen

Zugleich will sich der Aluminiumspezialist effizienter aufstellen und die Kosten besser in den Griff bekommen. So soll die vierteljährliche Dividende von 6 Cent auf nunmehr 2 Cent gekappt werden. Zugleich peilt der Konzern Kostensenkungen in Höhe von 200 Millionen Dollar an.

Schlussquartal über den Erwartungen

Unterdessen konnte Arconic zumindest mit seinen vorgelegten Ergebnissen für das Schlussquartal punkten. Das bereinigte Ergebnis übertraf die Erwartungen und lag um 6% über dem Vorjahr. Der organische Umsatz stieg um 10% gegenüber 7% im dritten Quartal.

Für das Geschäftsjahr 2019 zeigt sich der Konzern weiter optimistisch. Arconic sagte, dass alle seine Schlüsselmärkte gesund seien, einschließlich eines robusten Wachstums in der Luft- und Raumfahrt und der Verteidigung. Die Prognose für 2019 entspricht den Erwartungen und sieht ein organisches Umsatzwachstum von 6-8% auf 14,3 bis 14,6 Milliarden Dollar vor. Der Gewinn je Aktie soll zwischen 1,55 und 1,65 Dollar liegen, was exakt den aktuellen Analystenschätzungen entspricht.

Damit sieht die Aktie zwar auf den ersten Blick mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11 nicht übermäßig teuer aus. Aber Anleger sollten nicht vergessen, dass Arconic auf einem riesigen Schuldenberg sitzt. Der Konzern hat einen Börsenwert von momentan 8,23 Milliarden Dollar, aber eine Nettoverschuldung von beinahe 4 Milliarden Dollar sowie Pensionsverbindlichkeiten von 2 Milliarden Dollar.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.