Argentinien: Die massive Krise im Verborgenen

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Einmal mehr ist Argentinien Schauplatz von großen Verwerfungen am Kapitalmarkt. So hat der dortige Index kürzlich an einem Tag 48% an Wert verloren. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Bei der Betrachtung der Finanzmärkte geht unser Blick hauptsächlich auf die Standardländer. Dazu gehören sicherlich Deutschland und die Vereinigten Staaten. Doch die Finanzmärkte sind global aktiv und so lohnt es sich auch einmal auf andere Länder zu schauen – vor allen Dingen dann, wenn dort eine Krise stattfindet.

So steht derzeit Argentinien massiv unter Druck. Die dortigen Währungsturbulenzen haben auch die Aktienbörsen nach unten gezogen. In der Spitze rauschte vor wenigen Tagen der S&P Merval Index um 48 % nach unten. Das war der zweitgrößte Tagesverlust bei einem Index seit 1950 (!). Gleichzeitig ging es auch beim argentinischen Peso massiv nach unten und die Währung verlor innerhalb von zwei Handelstagen rund 15 % gegenüber dem US-Dollar.

Und was wir hier einmal mehr beobachtet haben, ist eine alte Erfahrung von Finanzmärkten: Wenn es an den Börsen runtergeht, dann rauschen die Kurse schneller nach unten als sie steigen. Genau daraus ergibt sich auch die große Gefahr. Korrekturphasen sind kürzer als Aufstiegsphasenbörse. Doch die Folgen sind deutlich massiver.

Und nun mögen Sie denken, es ist egal was in Argentinien passiert. Doch 2001 gab es schon einmal eine Argentinien-Krise, die weltweite Folgen hatte. Damals war das Land nicht mehr in der Lage ausstehende Anleihen zu bedienen und es kam zu einem massiven Verlust für Anleihenanleger in Argentinien und auch die Börsen wurden global von diesem Ereignis durchgeschüttelt.

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Argentinien weiteres Signal für die Unsicherheit an den globalen Finanzmärkten

Die aktuellen Ereignisse in Argentinien zeigen uns einmal mehr, wie nervös die Lage an den Finanzmärkten ist. Genau das ist auch das Problem, mit dem wir in Deutschland oder den USA zu kämpfen haben. Gut möglich ist auch, dass sich die Verunsicherung in Argentinien auf andere Schwellenländer ausweitet. Das haben wir in der Vergangenheit auch schon häufiger gesehen und diese Gefahr besteht auch dieses Mal wieder.

Insgesamt ist das Börsenfundament in diesen Tagen äußerst brüchig. Viele Zahlen zum ersten Halbjahr die von Unternehmen präsentiert worden sind, fielen enttäuschend aus. Wichtiger war hier der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. Etliche Firmen in Deutschland oder den USA haben ihre Gewinnprognosen für das laufende Jahr absenken müssen. Das hat die Kurse zuletzt massiv unter Druck gesetzt.

Es ist gut möglich, dass wir schon in den kommenden Wochen eine Fortsetzung der Korrekturen sehen werden. Und daher kommt jetzt der persönlichen Krisenvorsorge so eine große Bedeutung zu.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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