Arista Networks: Profiteur des Cloud-Booms

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Arista Network: US-Netzwerkspezialist reitet die Erfolgswelle des Cloud-Booms. Trotz vorübergehender Wachstumsschwäche arbeitet der Konzern hochprofitabel. Ein zweiter Blick auf die Aktie könnte sich lohnen (Foto: jejim / shutterstock.com)

Der Cloud-Boom ist ungebrochen. Dabei profitieren nicht nur die Cloud-Firmen selbst von dem Trend der Verlagerung von Rechenleistung in die Datenwolke, auch Infrastrukturanbieter wie Arista Networks dürften auf lange Sicht zu den großen Gewinnern zählen.

Infrastruktur für die Cloud

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen das Geschäftsmodell des US-Konzern gerne näher vorstellen: Arista war ursprünglich eine Hardware-Company, bei der allerdings – wie im gesamten Networking-Markt – die Softwarekomponenten immer wichtiger werden.

Allgemein gesprochen bietet Arista Networks Cloud-Networking-Lösungen für Rechenzentren und größere Cloud-Netzwerke an. Das Herzstück des Unternehmens ist die Arista EOS-Technologie und hier kommen wir zur Besonderheit: Im Gegensatz zu den proprietären alternativen Firmen wie beispielsweise Cisco bauen die Arista-Lösungen auf dem offenen Linux-Betriebssystem auf. Zudem wurden die Lösungen für die hochskalierbaren Anforderungen in modernen Cloud-Umgebungen inklusive moderner Programmierschnittstellen entwickelt.

Die Programmierbarkeit ermöglicht es, eine Reihe von Softwareanwendungen bereitzustellen. So können beispielsweise Virtualisierungs- und Automatisierungslösungen integriert werden. Anwendungen von Drittanbietern können ebenfalls problemlos in die IT-Infrastruktur eingegliedert werden. Das implementierbare Software-Portfolio scheint schier unendlich.

Strammes Wachstum mit hoher Profitabilität

Mit seiner Positionierung konnte der Netzwerkspezialist in den vergangenen Jahren enorm punkten. Von 2011 bis 2019 vervielfachten sich die Umsätze von 140 Millionen auf 2,41 Milliarden Dollar. Zugleich erhöhte sich der Gewinn von 34 auf 860 Millionen Dollar. Damit ergab sich im zurückliegenden Geschäftsjahr eine beeindruckend hohe Gewinnspanne (Gewinn in % vom Umsatz) von 36,67%.

Hohe Abhängigkeit von Schlüsselkunden

Allerdings machte sich in der Vergangenheit wiederholt die hohe Abhängigkeit von den großen Cloud-Playern (Microsoft, Facebook, Google, Amazon) negativ bemerkbar. Zuletzt sorgten reduzierte Ausgaben der IT-Giganten bei Arista für Bremsspuren.

Nach sehr guten Neunmonatsergebnissen in 2019 überraschte Arista die Anleger mit einer Gewinnwarnung für das Schlussquartal und gedämpften Prognosen für 2020. Das machte sich auch in deutlich schrumpfenden Wachstumsraten bemerkbar. Mit einem Umsatzwachstum von 12% in 2019 lag Arista deutlich unter den beachtlichen Steigerungsraten aus den Vorjahren (2018: +30%; 2017: +45%).

Umsatzrückgang im Startquartal

Die schwache Entwicklung hielt auch zum Jahresstart an. Bei den Umsätzen musste Arista einen Rückgang auf 523 Millionen Dollar (-12,2% zum Vorjahresquartal) verkraften. Beim Gewinn ging es auf 161,7 Millionen Dollar beziehungsweise 2,02 Dollar je Aktie abwärts. Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahresquartal erwirtschaftete Arista noch 187,7 Millionen Dollar respektive 2,31 Dollar je Anteilschein.

Corona-Gewinner auf den zweiten Blick

Doch auf mittlere Sicht haben sich die Wachstumsaussichten keinesfalls eingetrübt. Ganz im Gegenteil: Fast alle großen Internetdienste berichten derzeit von Rekordzahlen bei ihren Nutzerzugriffen. Die Betreiber von Cloud-Diensten müssen sicherstellen, dass die steigende Anzahl von Nutzern auch einen gleichbleibend guten Zugriff auf die Anwendungen erhält. Das wiederum geht nur über höhere Investitionen in Rechenzentren, was wiederum Arista Rückenwind verleihen sollte.

Fazit: Arista Networks ist im aussichtsreichen Markt für Cloud-Infrastruktur positioniert und konnte in den letzten Jahren mit beachtlichen Wachstumsraten glänzen. Zuletzt meldete der Konzern allerdings ein rückläufiges Umsatzwachstum. Dennoch beachtlich ist weiterhin hohe Profitabillität (operative Gewinnspanne 28% in Q1) und die grundsolide Bilanz (Eigenkapitalquote 70%). Die Analysten rechnen mit einem Gewinn je Aktie von 8,4 Dollar für 2020. Damit handelt die Aktie mit dem 26-Fachen der erwarteten Gewinne. Sollte die Aktie wieder zu ihren alten Wachstumsraten (>20%) zurückkehren, dann dürften Anleger der Aktie auch wieder eine deutlich höhere Bewertung zubilligen.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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