Armes Deutschland: Unterdurchschnittliches Nettovermögen

Fröhliche Weihnachten!

Der DAX hat sich schon in seinen Winterschlaf begeben und wird voraussichtlich erst nach den Feiertagen wieder erwachen.

Somit kann die Zeit für Besinnliches genutzt werden.

Weihnachten, ist das Fest der Geschenke. Hierbei sollte man auch schauen, dass der Nachbar genug hat. Eine Studie sagt, dass dies sehr wohl der Fall ist.

Nettovermögen in Deutschland weit abgeschlagen

Laut einer Befragung der EZB von 2014 sind die Deutschen relativ arm im Vergleich zu den europäischen Nachbarn.

Das liegt in erster Linie daran, dass die Deutschen im Gegensatz zu Resteuropa weniger Immobilien besitzen

So gibt es ein paar Ausreißer in Deutschland, die besonders reich sind, und nur diese nennen extrem viele Immobilien ihr Eigentum. Die breite Masse schaut allerdings in die Röhre.

Nimmt man das sogenannte Medianvermögen, bei dem die reichsten und ärmsten abgegrenzt werden, kommt die Eurozone im Schnitt auf 104.000 €, Deutschland im Vergleich jedoch nur auf 60.800 €.

Überraschend ist hierbei, dass lediglich Polen, die Slowakei, Estland, Ungarn und Lettland weniger Medianvermögen besitzen als die Deutschen.

Belgien und Malta haben beispielsweise den doppelten Durchschnitt (über 200.000 €) vorzuweisen.

Und selbst Italien, Frankreich und Portugal sind deutlich vorne. Sogar Griechenland hat es einen Platz vor Deutschland geschafft.

Immobilienpreise schuld am gesunkenen Nettovermögen

Während die Deutschen im Vergleich zu 2010 ein konstantes Medianvermögen aufweisen können, mussten viele Europäische Länder Einbußen hinnehmen.

Schuld ist der Immobilienmarkt; dieser hat in den 4 Jahren bis 2014 abgesehen von Deutschland, Finnland und Malta abgebaut.

Teilweise hat er nur ein wenig abgebaut, wie in Frankreich (-3,6%), anderenorts deutlich, wie in Italien (-23.6%) oder der Slowakei (-24,2%).

Logischerweise sind Griechenland (-33.8%) und Zypern (-45.9%) besonders stark betroffen.

Rohstoffe im Jahresrückblick

Auch in diesem Jahr hat sich in dieser Hinsicht vermutlich wenig verbessert. Schauen wir uns ein paar Werte auf Jahressicht an:

  • Gold ist um etwa 50 US-$ gestiegen, notiert aber rund 200 US-$ unter dem Jahreshoch.
  • Silber ist um gut 1 US-$ stiegen und notiert $5 unter dem Jahreshoch.

Positiv ist dagegen die Entwicklung von Kupfer anzusehen; es hat seinen Preis im Laufe des Jahres um fast 50% steigern können. Kupfer als vorausschauender Indikator könnte damit die Wirtschaft weltweit ankurbeln.

Brent Crude hat ebenfalls zulegen können. Nach Kursen unter 30 US-$ im Februar bewegt sich das Rohöl derzeit um die 50 US-$.

Zu guter Letzt noch einen Blick auf den US-Dollar selbst:

Gestartet sind wir 2016, als 1 € etwa 1,10 US-Dollar wert war. Inzwischen ist der Kurs auf 1,04 US-$ gesunken – ein starker Dollar also und ein schwächelnder Euro.

Nur aus BrExit-Sicht konnte der Euro sich im Gegensatz zum britischen Pfund steigern. Waren es vorher etwa 0,73 GBP, so ist der Euro inzwischen 0,85 GBP wert.

Die von den Remain-Wählern befürchtete Parität, dass 1 € = 1 GBP wert ist, ist bisher ausgeblieben.

23. Dezember 2016

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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