ASML-Aktie bietet nach Kursrutsch hohes Potenzial

In dieser Woche erfüllten einige Technologie-Giganten wie Apple, Microsoft oder IBM die zum Teil (zu) hohen Erwartungen der Anleger nicht – Konsequenz war eine enorme Kursschwäche des gesamten Sektors, die auch vor Halbleiterherstellern nicht Halt machte.

So gab die Aktie von ASML, weltweit führender Chipzulieferer, binnen weniger Tage um neun Prozent nach.

Und das, obwohl sich das niederländische Unternehmen auf Rekordkurs befindet: Nachdem die Nachfrage zuletzt deutlich zugelegt hat, hob ASML jüngst seine bisherige Prognose an. Statt eines Erlöses auf Vorjahresniveau (5,86 Mrd. Euro) erwartet ASML nun für das laufende Geschäftsjahr einen Rekordumsatz.

Gestiegener Umsatz im schwankenden Chipsektor

Bereits im zweiten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorquartal leicht auf 1,654 Mrd. Euro – besser als von Experten erwartet.

Wegen des stark schwankenden Geschäfts im Chipsektor vergleicht man ein Quartal stets mit dem vorherigen und nicht mit dem Vorjahresquartal. Der Bruttogewinn ging vor allem wegen höherer Marketingausgaben sowie gestiegenen Forschungs- und Entwicklungskosten um 3,2 Prozent auf 754 Mio. Euro zurück.

Doch diese Investitionen werden sich bereits im Laufe der kommenden Monate bezahlt machen.

ASML erzielt gute Technologie-Fortschritte

Zumal ASML neben dem gut laufenden Geschäft mit den bisherigen Maschinen hervorragende Fortschritte mit der Extrem-Ultraviolett-Technik (EUV) erzielt. Mit der neuen Technik sollen leistungsfähigere Chips kleiner und günstiger produziert werden.

Eine Massenproduktion rückt nun näher. Allein an den Halbleiterhersteller Intel wird ASML in den kommenden Monaten 15 Belichtungsmaschinen des neuen Typs liefern.

Auch hinsichtlich des Aktienrückkauf-Programms konnte Unternehmenschef Peter Wennink Positives berichten: Von den vorgesehenen 3,3 Mio. Aktien, die ASML 2015/2016 für Mitarbeiterbeteiligungen zurückkaufen will, konnte das Unternehmen bereits 3 Mio. Papiere erwerben.

ASML-Aktie: Rückkaufprogramm geplant

Schon bald wird sich ASML um den Rückkauf kümmern, der für ASML-Aktionäre den entscheidenden Kurshebel beinhaltet: In den kommenden Monaten will ASML rund 8 Mio. eigene Aktien zurückkaufen, um sie anschließend zu vernichten.

Das bedeutet: Der Gewinn pro Aktie wird automatisch zulegen, ebenso wird die Dividendensumme auf weniger Aktien verteilt. Auch dies Vorteile, die den Aktienkurs wieder rasch ansteigen lassen sollten.

Immerhin zeigt der Blick auf den S&P 500 Buyback Index, dass die Kurse von Aktienrückkäufern deutlich stärker als der Markt steigen. In den vergangenen drei Jahren lief derIndex, der die 100 US-Unternehmen mit den größten Rückkauf-Programmen umfasst, deutlich besser als der Vergleichsindex S&P 500.

Während sich der Buyback-Index mit einem Plus von 89 Prozent fast verdoppelte, erzielte der US-amerikanische Leitindex S&P 500 gerade einmal ein Plus von 62 Prozent.

25. Juli 2015

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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