Asos-Aktie: Großaktionär schickt Kurs in den Keller

Ein Großaktionär von Asos verkauft 2 Millionen Aktien und schickt den Kurs in den Keller. Die Wachstumsdynamik hält jedoch an. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Größere Veränderung im Aktionärskreis haben mitunter auch starke Auswirkungen auf den Aktienkurs von Unternehmen. So auch in der vergangenen Woche bei dem Online Modehändler Asos aus Großbritannien, als der Großaktionär Bestseller den geplanten Verkauf von immerhin 2 Millionen Aktien bekanntgab. Der Kurs sackte direkt um über 5% in den Keller und notiert damit rund 25% unter dem im Frühjahr erreichten Jahreshoch.

Die Langfristanleger sehen darüber wahrscheinlich locker hinweg. Denn wer seit ein paar Jahren investiert sind, sitzt weiterhin auf enormen Gewinnen. In den zurückliegenden 12 Jahren explodierten die Papiere regelrecht um mehr als 6.000%.

Asos – Pure Play im Online-Modemarkt

Bevor ich auf die jüngste Geschäftsentwicklung eingehe, möchte ich Ihnen den Asos-Konzern gerne näher vorstellen. Denn auch wenn der Konzern hierzulande deutlich weniger bekannt sein dürfte als sein Erzrivale Zalando, eine kleine Nummer ist das Unternehmen keineswegs. Der britische Konzern Asos ist ein weltweiter Online-Anbieter für Mode und Kosmetik mit einem gigantischen Produktangebot.

Sie müssen wissen: Asos vertreibt über 65.000 Produktlinien von bekannten Marken und dem Hauslabel in den Bereichen Damenbekleidung, Herrenbekleidung, Schuhe, Accessoires, Schmuck und Beauty. ASOS hat Websiten für Großbritannien, die USA, Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Australien, Russland und China und versendet aus einem zentralen Vertriebszentrum in Großbritannien in über 190 weitere Länder.

Beeindruckende Wachstumsgeschichte

Mit dieser Positionierung erreichte schrieb Asos in den zurückliegenden Jahren eine beeindruckende Erfolgsgeschichte. Obwohl der Konzern erst im Jahr 2000 gegründet wurde, operiert er seit 2004 in der Gewinnzone. In den vergangenen 10 Jahren kletterten die Umsätze von 81 auf 1,8 Mio. Britische Pfund.

Hohe Wachstumsdynamik hält an

Zuletzt hat die hohe Wachstumsdynamik weiter angehalten. Die Umsätze des Online-Modehändlers Asos sind zwischen März und Juni deutlich gestiegen. Das Plus lag bei 22%. Insgesamt konnte Asos im Zeitraum März bis Juni Erlöse in Höhe von 930 Millionen Euro verzeichnen. Auf dem Heimatmarkt Großbritannien lag der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr bei 23%.

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International konnte der Onlinehändler einen Umsatzanstieg um 21% erzielen. Nach Angaben von Asos legte die Zahl der aktiven Kunden in den vier Monaten um ein Fünftel auf 18 Mio. zu. Davon befinden sich 5,8 Mio. in Großbritannien und 12,2 Mio. in den internationalen Märkten.

Für das Gesamtgeschäftsjahr, das am 31. August endete, rechnet Asos mit einem Umsatzplus in Höhe von rund 25%.

Großaktionär stößt 2 Millionen Aktien ab

In der vergangenen Woche meldete dann der Großaktionär Bestseller aus Dänemark, dass er plant, seinen Aktienanteil um 2 Millionen Papiere zu reduzieren. Darauf ging der Kurs auf Tauchstation. Aber Sie müssen wissen: Momentan hält Bestseller 29,4% der Aktien. Mit dem Verkauf sinkt die Beteiligung auf 27%. Auch langfristig will der Modespezialist nicht unter die 25%-Marke sinken.

Bestseller denkt ausgesprochen langfristig und gilt als einer der Top-Investoren im Modebereich. Er ist auch seit langem an dem Rivalen Zalando beteiligt und investiert immer wieder in aufstrebende Modestartups und Firmen, die von der zunehmenden Digitalisierung profitieren. Hinter Bestseller steckt der Inhaber und Milliardär Anders Holch Polvsen. Zuletzt hat der Großinvestor auch hohe Summen in den schwedischen Zahlungsanbieter Klarna investiert, der seine Lösungen vorrangig für den Onlinehandel anbietet.

Auch wenn der Verkauf kurzfristig auf die Stimmung drückt, mit der operativen Entwicklung dürfte er nur wenig zu tun haben. Der Trend zu immer mehr Onlinekäufen im Modebereich ist ungebrochen, wovon Asos als einer der Marktführer auf lange Sicht weiter profitieren dürfte.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.