Asos-Aktie: Zalando-Rivale meldet sich mit starken Absatzzahlen zurück

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Asos-Aktie: Zalando-Rivale meldet sich mit starken Absatzzahlen zurück. Starke Zahlen im Weihnachtsgeschäft lassen Anleger hoffen (Foto: Casimiro PT / shutterstock.com)

Ein Wechselbad der Gefühle erlebten die Anleger des Onlinehändler Asos in den letzten Jahren. Nachdem der Aktienkurs vom Herbst 2014 bis zum Frühjahr 2018 um 250% zulegte, folgte im Anschluss ein drastischer Einbruch. Innerhalb von 12 Monaten lösten sich sämtliche Kursgewinne wieder in Luft auf. Wer sich der panikartigen Reaktion der Anleger anschloss, dürfte sich jetzt allerdings grün und blau ärgern. Denn dem Einbruch folgte eine dynamische Gegenbewegung, die für eine 50%-ige Kurserholung sorgte.

Wie geht es jetzt weiter? Was macht die operative Entwicklung und wie schätzen die Analysten die Perspektiven des Konzerns ein?

Asos – Pure Play im Online-Modemarkt

Bevor ich auf die jüngste Nachrichtenlage eingehe, möchte ich Ihnen den Asos-Konzern gerne näher vorstellen. Denn auch wenn der Konzern hierzulande deutlich weniger bekannt sein dürfte als sein Erzrivale Zalando, eine kleine Nummer ist das Unternehmen keineswegs. Der britische Konzern Asos ist ein weltweiter Online-Anbieter für Mode und Kosmetik mit einem gigantischen Produktangebot.

Sie müssen wissen: Asos vertreibt über 65.000 Produktlinien von bekannten Marken und dem Hauslabel in den Bereichen Damenbekleidung, Herrenbekleidung, Schuhe, Accessoires, Schmuck und Beauty. ASOS hat Websiten für Großbritannien, die USA, Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Australien, Russland und China und versendet aus einem zentralen Vertriebszentrum in Großbritannien in über 190 weitere Länder.

Beeindruckende Wachstumsgeschichte

Mit dieser Positionierung schrieb Asos in den zurückliegenden Jahren eine beeindruckende Erfolgsgeschichte. Obwohl der Konzern erst im Jahr 2000 gegründet wurde, erreichte er seit 2004 bereits die Gewinnzone. Seit 2008 kletterten die Umsätze von 81 auf zuletzt 2,7 Millionen Britische Pfund.

20% Umsatzwachstum in den letzten vier Monaten

Gerade hat Asos sein sogenanntes Trading Statement, also ein Update zur jüngsten Umsatzentwicklung, präsentiert. Das fiel durchaus beeindruckend aus:  Immerhin verbesserten sich die Erlöse in den vier Monaten bis zum 31. Dezember um 20% und erreichten 1,07 Milliarden Pfund. Das lag deutlich über den Prognosen der Analysten, die lediglich mit 14% Wachstum gerechnet hatten.

Dabei legten sowohl die Geschäfte dem britischen Inlandsmarkt als auch im Ausland im zweistelligen Bereich zu. Damit wurden die Sorgen der Investoren um eine nachlassende Wachstumsdynamik vorerst beruhigt. Denn mit dem Umsatzwachstum lag Asos deutlich (8 Prozentpunkte) über dem Zuwachs im letzten Geschäftsjahr, das bei Asos am 31. August endete.

Zollabgaben belasten die Gewinne

Allerdings musste der Online-Händler auf Grund von hohen Investitionen und US-Zollabgaben Einbußen beim Gewinn verkraften. Unter dem Strich sank die Bruttomarge um 1,7 Prozentpunkte. Fortschritte machte der Konzern allerdings bei der Kundengewinnung. Insgesamt stieg die Besucherzahl auf den Webseiten um 23% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich gewann Asos 1,4 Millionen neue Kunden und kann nun auf 21,7 Millionen aktive Kunden zurückgreifen.

Keine detaillierte Guidance – Anleger sollten hohe Schwankungen einkalkulieren

Auch wenn die Zahlen für das Jahresende ermutigend waren ist unsicher, ob es sich um eine nachhaltige Trendwende oder einen „Einmaleffekt“ handelt. Das sehen zumindest die Analysten so: Von 30 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, raten lediglich 12 zum Kauf der Papiere. Unterdessen stufen 10 Banker die Aktie als Halteposition ein, während 8 Analysten eine unterdurchschnittliche Kursentwicklung erwarten. Wenig verwunderlich liegt das durchschnittliche Kursziel laut derzeit mit 3.3822 GBp nur wenig über dem aktuellen Kursniveau von 3.300 GBp.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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