Asos-Aktie: Zalando-Rivale mit starken Ergebnissen

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Die Online-Modeplattform Asos profitiert von der Corona-Krise - durch hohes Kundenwachstum, steigende Umsätze und deutlich anziehende Gewinnmargen. (Foto: Casimiro PT / shutterstock.com)

Wer in der heftigen März-Korrektur mutig war und sich Aktien des Zalando-Rivalen Asos ins Portfolio gelegt hat, darf sich mittlerweile freuen. Trotz des jüngsten Rücksetzers schnellten die Papiere um 400% in die Höhe. Seit dem Jahreswechsel liegt die Aktie rund 40% in der Gewinnzone.

Asos gilt als klarer Krisengewinner: Die gerade veröffentlichten Jahresergebnisse von Asos bestätigen einmal mehr, dass Online-Händler von der Pandemie klar profitieren. Während stationäre Einzelhändler mit beispiellosen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten, stiegen Umsatz und Gewinn von Asos zuletzt massiv an.

Asos – Pure Play im Online-Modemarkt

Bevor ich auf die jüngste Nachrichtenlage eingehe, möchte ich Ihnen den Asos-Konzern gerne näher vorstellen. Denn auch wenn der Konzern hierzulande deutlich weniger bekannt sein dürfte als sein Erzrivale Zalando, eine kleine Nummer ist das Unternehmen keineswegs. Der britische Konzern Asos ist ein weltweiter Online-Anbieter für Mode und Kosmetik mit einem gigantischen Produktangebot.

Sie müssen wissen: Asos vertreibt über 85.000 Produktlinien von bekannten Marken und dem Hauslabel in den Bereichen Damenbekleidung, Herrenbekleidung, Schuhe, Accessoires, Schmuck und Beauty. ASOS hat Websiten für Großbritannien, die USA, Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Australien, Russland und China und versendet aus einem zentralen Vertriebszentrum in Großbritannien in über 190 weitere Länder.

Beeindruckende Wachstumsgeschichte

Mit dieser Positionierung schrieb Asos in den zurückliegenden Jahren eine beeindruckende Erfolgsgeschichte. Obwohl der Konzern erst im Jahr 2000 gegründet wurde, erreichte er seit 2004 bereits die Gewinnzone. Seit 2008 kletterten die Umsätze von 81 auf zuletzt 3,26 Milliarden Britische Pfund.

19% Umsatzwachstum im abgelaufenen Geschäftsjahr

Gerade hat Asos seine Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr, das am 31. August endete, bekanntgegeben und die hatten es in sich: Der aktive Kundenstamm des Unternehmens wuchs im Laufe des Jahres um 3,1 Millionen Menschen auf insgesamt 23,4 Millionen.

Beim Umsatz erreichte Asos einen Zuwachs um 19% auf 3,26 Milliarden Pfund. Während der britische Einzelhandelsumsatz um 18% auf 1,17 Milliarden Pfund anzog, erhöhten sich die internationalen Umsätze um 20% auf 1,99 Milliarden Pfund. Mit seinen 13 Eigenmarken erwirtschaftete Asos im zurückliegenden Geschäftsjahr einen Umsatz von über 1 Milliarde Pfund.

Gewinnmargen ziehen spürbar an

Die starke Entwicklung machte sich auch bei den Gewinnmargen positiv bemerkbar. Vor allem die gesunkene Retourenquote sorgte für spürbaren Rückenwind. So kletterte die operative Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 3,5 Prozentpunkte auf 7,4% nach oben. Der Gewinn vor Steuern legte um 329% auf 142,1 Millionen Pfund zu.

Auch die Bilanz des Online-Mode-Spezialisten kann sich sehen lassen. Inzwischen sitzt Asos auf einem Netto-Cash-Berg von 407,5 Millionen Pfund. Der Cash-Bestand übersteigt die Verbindlichkeiten also deutlich.

Fehlende Prognose sorgt bei Anlegern für Enttäuschung

Trotz der an sich starken Ergebnisse zeigten sich die Anleger enttäuscht und verkauften die Aktie nach Vorlage der Ergebnisse erst einmal ab. Das lag an den Ausführungen des Firmenchefs Nick Beighton, der sich besorgt um die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen zeigte und auch Preisdruck vor dem Hintergrund der unsicheren Entwicklung zukünftig nicht ausschloss. Auf diese Entwicklung will der Konzern mit einer neuen günstigen Eigenmarke reagieren.

Eine exakte Prognose für das laufende Geschäftsjahr lieferte Asos nicht. Fest steht aber, dass die Investitionen im laufenden Jahr auf 170-180 Millionen Pfund ansteigen werden, da Asos mit dem Bau eines vierten Distributionszentrums beginnt, um die Nachfrage aus Großbritannien und Gebieten außerhalb Europas und der USA zu befriedigen. Die langfristigen Perspektiven bleiben auf jeden Fall intakt, kurzfristig müssen sich die Anleger aber auf eine erhöhte Unsicherheit einstellen.

Zalando Sujet

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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