AT&S legt nach guten Zahlen deutlich zu

Die Aktie des österreichischen Leiterplatten-Herstellers AT&S hat turbulente Zeiten hinter sich.

Am vergangenen Donnerstag habe ich Ihnen an dieser Stelle von der SMA-Solar-Aktie berichtet. Die SMA-Aktie brach innerhalb weniger Wochen um rund 50% ein. Heute geht es hier um die Aktie des österreichischen Leiterplatten-Herstellers AT&S, die in den vergangenen 12 Monaten ebenfalls eine wechselhafte Entwicklung erlebt hat.

Vor einem Jahr notierte die AT&S-Aktie bei rund 11,40 Euro. In der Folge legte das Papier bis Anfang Januar dieses Jahres auf über 27 Euro zu. Das bedeutete ein Plus von rund 140% in weniger als 5 Monaten.

Ende Juni dieses Jahres notierte die AT&S-Aktie dann nur noch bei rund 15 Euro und hatte damit – ausgehend von den Höchstständen im Januar – innerhalb von weniger als 6 Monaten – rund 45% an Wert verloren.

An dieser Stelle drängen sich 2 Fragen auf: Warum ist die AT&S-Aktie zwischen August 2017 und Januar 2018 um 140% gestiegen und warum verlor sie in der Folge in weniger als 6 Monaten rund 45% an Wert? Zur 1. Frage: Das Unternehmen schaffte im vergangenen Jahr den operativen Turnaround, was die Aktie deutlich beflügelte.

Zu Punkt 2: Erstens führte der rasante Kursanstieg von August 2017 bis Januar 2018 zu größeren Gewinnmitnahmen. Zweitens sorgte ein Bericht, dass Apple – einer der wichtigsten Kunden von AT&S – weniger bei seinen Zulieferern bestellt hätte, für Verunsicherung. Drittens: die allgemeine Marktschwäche und die Angst vor einer Eskalation der Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und wichtigen Handelspartnern.

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Guter Start ins neue Geschäftsjahr 2018/2019

Der mittelständische, österreichische Leiterplattenhersteller AT&S hat vor wenigen Wochen starke Quartalszahlen vorgelegt. Das Unternehmen konnte im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2018/2019 (bis Ende Juni) den Umsatz um 11,2% auf 222,1 Mio. Euro steigern.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte deutlich überproportional zum Umsatz um 75,4% auf 52,0 Mio. Euro zu. Das operative Ergebnis (EBIT) drehte im Vergleich zum Vorjahresquartal von negativen 3,4 Mio. Euro auf 18,3 Mio. Euro ins Plus.

Das Nettoergebnis drehte ebenfalls sehr deutlich ins Plus (von -11,2 auf +13,5 Mio. Euro). Die Ergebnisse des Auftaktquartals des Geschäftsjahres 2018/2019 sind damit deutlich besser ausgefallen als von den meisten Analysten im Vorfeld erwartet.

Zusätzliche Kapazitäten im chinesischen Chongqing haben positiv auf Umsatz und Ergebnis gewirkt, und die Investitionen der vergangenen Jahre haben ebenfalls Früchte getragen, hatte das Unternehmen im Rahmen der Zahlenvorlage erklärt.

Seit Vorlage der Zahlen legte die Aktie um 20% zu. In der Spitze lag das Plus seit der Zahlenvorlage sogar bei knapp 30%. Aus meiner Sicht ist durchaus weiteres Potenzial vorhanden. Anleger, die etwas größere Schwankungen nicht scheuen, können hier auf weiter steigende Notierungen setzen und damit womöglich hohe Gewinne erzielen.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.