AT&S: Leiterplatten aus Österreich

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Nur wenige Anleger in Deutschland kennen den österreichischen Leiterplattenhersteller AT&S im Detail. Das möchte ich ändern. (Foto: Jinning Li)

Wie die meisten von Ihnen schon wissen, befinde ich mich aktuell auf einer Tour durch Österreich, wo ich unter anderem in Wien die große Anlegermesse Gewinn besuche. Anlässlich meiner Reise stelle ich Ihnen in diesen Tagen einige Unternehmen aus Österreich vor.

In Deutschland (noch) relativ unbekannt ist der Leiterplattenhersteller AT&S. Da AT&S in Bereichen tätig ist, die nur für wenige Menschen sofort greifbar sind, sollen Sie jetzt erst einmal erfahren, was genau AT&S macht und wo die Produkte des Unternehmens zum Einsatz kommen.

Wo AT&S-Produkte zum Einsatz kommen

Die Leiterplatten von AT&S werden in mobilen Endgeräten (wie Smartphones, Smartwatches, Tablet PCs, Notebooks etc.), Industrieelektronik (Prozesssteuerung, Sensorik usw.), im Bereich Automotive (z. B. Getriebesteuerung, Kamera- und Sicherheitssysteme etc.) sowie in der Medizin- und Gesundheitstechnik (Herzschrittmacher, Hörgeräte usw.) eingesetzt.

Schauen wir uns nun noch an, was es mit den sogenannten IC-Substraten auf sich hat: IC-Substrate sind das Bindeglied zwischen Mikrochips und Leiterplatten beim Einsatz sogenannter Mikroprozessoren.

AT&S produziert IC-Substrate für Notebooks, Desktop PCs und Server. Neben dem Trend zum autonomen Fahren profitiert AT&S beispielsweise noch von der zunehmenden Verbreitung von sogenannten Wearables (wie Smartwatches). Hier wird eine weitere Miniaturisierung, auch für die Leiterplatte, erforderlich sein.

Aktuelle Zahlen und Ausbau der Kapazitäten

AT&S hat vor einiger Zeit die aktuellen Zahlen für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2019/2020 vorgelegt. Der Umsatz lag mit 222,7 Mio. Euro leicht über dem Vorjahreswert von 222,1 Mio. Euro.

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Denkmalförderung: Wie der Staat bei Maßnahmen am Denkmal hilftGrundsätzlich besteht kein Rechtsanspruch auf Gewährung von Fördermitteln durch die öffentliche Hand, d. h. von Zuschüssen oder zinsgünstigen Darlehen. Anders liegt der Fall bei der indirekten Förderung durch Steuervergünstigungen. Hier besteht ein Rechtsanspruch auf Erteilung einer Bescheinigung.  › mehr lesen

Die Nachfragerückgänge bei mobilen Endgeräten und aus der Autoindustrie konnte durch gute Geschäfte mit Komponenten für Computerchips und im Bereich Medizintechnik leicht überkompensiert werden. Die Ergebniskennzahlen waren zuletzt schwächer als zuvor.

Die vergangenen zwei Quartale haben bei mobilen Endgeräten eine verstärkte Saisonalität gezeigt und die Eintrübung der Wirtschaft belaste das Automotive- und Industriegeschäft, teilte das Unternehmen mit. Hier macht es sich bezahlt, dass AT&S auch in anderen Geschäftsbereichen tätig ist und somit auf mehreren Säulen steht.

Zur Stärkung des Geschäfts mit IC-Substraten beschloss AT&S im Sommer dieses Jahres die Kapazitäten an den Standorten Chongqing (China) und Leoben weiter auszubauen. Das Investitionsvolumen beträgt bis zu 1 Mrd. Euro und verteilt sich über die nächsten 5 Jahre.

Mittelfristprognose angehoben

AT&S bestätigte die Prognose für das laufende Geschäftsjahr und hob zugleich die Mittelfristprognose an: Demnach soll der Umsatz in den kommenden 5 Jahren auf 2 Mrd. Euro verdoppelt werden (zuvor lag der Zielwert bei 1,5 Mrd. Euro).

Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund 15%. Die Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA-Marge) soll auf 25 bis 30% steigen. Geht der Plan auf, hat die Aktie (ausgehend vom heutigen Kursniveau) sicher Potenzial nach oben. Kurzfristig belastet jedoch noch die zuletzt schwache Konjunkturentwicklung.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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