Attraktive Dividenden-Aktien: Altria und Unilever

Altria und Unilever sind nicht nur für ihre konservative Geschäfts-Struktur bekannt, sondern glänzen auch mit einer attraktiven Dividende. (Foto: monticello / Shutterstock.com)

Altria hat im 1. Halbjahr solide Ergebnisse erzielt: Bei einem Umsatz leicht über Vorjahres-Niveau sprang der Gewinn um 18,1% nach oben.

Profitiert hat der Konzern von geringeren operativen Kosten und einem deutlich gestiegenen Ertrag aus der Beteiligung an AB InBev.

Zudem kündigte das Unternehmen die Aufstockung des laufenden Aktienrückkauf-Programms um 1 Mrd. $ auf 4 Mrd. $ an.

Der Zigaretten-Absatz schrumpfte um 2,8% auf 59,3 Mrd. Stück. Dennoch stieg der Umsatz mit Rauchwaren um 1,1% auf 11,4 Mrd. $.

Rauchfreie Produkte legten um 2,8% auf 1,03 Mrd. $ zu. Der Umsatz im Wein-Geschäft ging dagegen um 8,2% auf 290 Mio. $ zurück.

Im Gesamtjahr erwarten wir einen Umsatz von 26,1 Mrd. $ und einen Gewinn von 6,4 Mrd. $. Unsere Schätzungen haben wir entsprechend geändert.

Obwohl der Zigaretten-Absatz seit Jahren sinkt, steigen Umsatz und Gewinn

Denn die verbliebenen Raucher lassen sich von Schockbildern nicht abschrecken und machen auch jede Preis-Erhöhung mit.

Dank robuster Konjunktur und niedriger Benzinpreise haben sie mehr Geld für Nikotin übrig.

Aufgeschreckt wurden die Anleger von Plänen der US-Gesundheits-Behörde FDA, die Nikotin-Menge in Zigaretten so weit zu reduzieren zu wollen, dass sie nicht mehr abhängig macht.

Aber: Zum einen werden die Pläne nicht sofort umgesetzt, zum anderen hat die FDA auch deutlich gemacht, dass sie die Entwicklung tabakfreier Produkte fördern will.

In diesem Bereich ist Altria bereits gut positioniert: Die E-Zigarette Vapor gewinnt kontinuierlich Marktanteile. Auf jeden Fall sprechen Aktienrückkäufe und Dividendenrendite für Altria.

Altria: Unternehmens-Porträt

Altria gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Tabak-Produkten und ist in den USA die Nr. 1.

Im Februar 2008 wurde das internationale Geschäft abgespalten, das seitdem als Philip Morris International an der Börse notiert.

Altria vertreibt Zigaretten-Marken wie Marlboro und L&M und kontrolliert rund die Hälfte des US-Tabakmarktes.

Zur Produktpalette gehören auch Zigarren, Kau- und Schnupftabak sowie Wein.

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Unilever erhöht die Dividende

Nach der Abwehr der Übernahme durch den US-Konkurrenten Kraft Heinz hat Unilever eine Reihe von Maßnahmen angekündigt, mit denen die Attraktivität des Konzerns gesteigert werden soll.

Die Quartals-Dividende wurde bereits um 12% erhöht. Zudem hat Unilever für 1,4 Mrd. € eigene Aktien zurückgekauft.

Das Programm hat ein Volumen von insgesamt 5 Mrd. € und soll bis Jahresende abgeschlossen sein.

Davon stehen 1,5 – 2,5 Mrd. € für Rückkäufe der in London gehandelten Aktien (Unilever plc) zur Verfügung. Gleichzeitig wurde der Konzern-Umbau beschlossen.

Im Rahmen dessen werden das Margarine-Geschäft verkauft, die Bereiche Lebensmittel und Erfrischungen zusammengelegt, Stellen abgebaut sowie Werbe-Ausgaben gekürzt.

Die britisch-niederländische Doppel-Struktur steht ebenfalls auf dem Prüfstand.

Ziel ist es, bis 2020 die Kosten um 6 Mrd. € zu senken und die operative Marge von 16,4 auf 20% zu steigern – allerdings ohne Berücksichtigung der Umbau-Kosten in Höhe von rund 3,5 Mrd. €.

In den Halbjahres-Zahlen werden erste Erfolge des Umbaus sichtbar

Unilever hat die Kosten um 1 Mrd. € gesenkt und die operative Marge von 16 auf 17,8% gesteigert. Im Gesamtjahr soll sich die Marge von 16,4% auf mindestens 17,4% verbessern.

Der Umsatz wuchs um 5,5%, organisch um 3%. In der 2. Jahreshälfte rechnet Unilever mit einer Wachstums-Beschleunigung.

Entsprechend soll der Umsatz auf Jahressicht organisch um bis zu 5% steigen. Das tatsächliche Wachstum hängt vom Zeitpunkt des Verkaufs des Margarine-Geschäfts ab.

Der laufende Konzern-Umbau ist noch nicht vollständig eingepreist.

Unilever: Unternehmens-Porträt

Unilever wurde 1929 gegründet und gehört heute zu den weltweit größten Herstellern von Verbrauchsgütern.

Die Produkt-Palette umfasst Nahrungsmittel, Kosmetika sowie Körperpflege- und Haushalts-Artikel. Zu den rund 400 Marken zählen u. a.:

  • Knorr,
  • Pfanni,
  • Mazola,
  • Rama,
  • Lipton,
  • Rexona,
  • Lux
  • sowie Produkte von Calvin Klein, Sara Lee und Alberto Culver.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.