Attraktiver Baukonzern: Guter Jahresstart, niedrige Bewertung und grünes Licht für einen Übernahmedeal

Partystimmung an der Börse: In Europa legten heute die wichtigsten Leitindizes um bis zu 4% zu.

Der Hauptgrund ist der zunehmende Optimismus, dass die Briten am Donnerstag doch für den Verbleib Großbritanniens in der EU stimmen werden.

Im deutschen Leitindex DAX gehörte die HeidelbergCement-Aktie mit einem zeitweiligen Plus von fast 5% zu den Favoriten.

Der Baustoffkonzern teilte gestern mit, dass für die Übernahme des Wettbewerbers Italcementi nun alle notwendigen Freigaben der Wettbewerbshüter vorliegen.

Am Freitag hatte die amerikanische Wettbewerbs-Behörde FTC HeidelbergCement (HC) aufgefordert, sich von einem Teil seines US-Geschäfts zu trennen. Nur dann werde FTC die Übernahme der Italiener billigen.

Diese Entscheidung war im Vorfeld erwartet worden – die Heidelberger sind daher bereits in erfolgsversprechenden Gesprächen über einen Verkauf der entsprechenden Geschäfts-Einheiten.

Übernahme bis Ende des Jahres abgeschlossen

HeidelbergCement-Chef Bernd Scheifele strebt nun die Übernahme des ersten Aktienpakets an. Anfang Juli will sein Unternehmen von Italmobiliare deren 45-%-Beteiligung an Italcementi abkaufen.

Anschließend soll es ein Übernahme-Angebot an die übrigen Aktionäre geben. Spätestens Ende des Jahres soll die gesamte Übernahme vollzogen sein.

Die EU-Kommission hatte den Deal, der ein Volumen von rund 3,7 Mrd. € umfasst, bereits Ende Mai genehmigt. Mit der Transaktion will HC auch den Abstand zum Marktführer LafargeHolcim verkürzen.

In das laufende Geschäftsjahr 2016 sind die Heidelberger derweil besser als erwartet gestartet. Während der Umsatz im 1. Quartal mit gut 2,8 Mrd. € auf dem Niveau des Vorjahres verblieb, stieg der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 7% auf 321 Mio. €.

Unter dem Strich blieb zwar ein Verlust von 72 Mio. €, das waren aber 51 Mio. € weniger als im Vorjahres-Zeitraum. Für Ihr Verständnis: Das 1. Quartal gilt bei Baustoff-Konzernen traditionell als das schwächste Jahresviertel.

Aktie notiert deutlich unter Jahreshoch

Vor diesem Hintergrund erhöhte das HC-Management um Chef Bernd Scheifele Anfang Mai auch die Ergebnis-Prognose für das laufende Jahr

Scheifele rechnet nun sowohl beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) als auch beim operativen Gewinn und dem bereinigten Nettogewinn mit einem hohen 1-stelligen bis 2-stelligen prozentualen Zuwachs.

Auch der Umsatz soll im mittleren bis hohen 1-stelligen Prozent-Bereich zulegen. Aktuell notiert die HC-Aktie gut 8% unter dem Jahreshoch von Ende April (79,91 €). Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 13 ist die Aktie noch günstig bewertet.

20. Juni 2016

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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