Kosten für die Bewertung von Grundstücken sind abzugsfähig

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Dazu passt folgender Fall: Zum Nachlass gehörte Grundbesitz, bei dem es zu einer teilweisen Erbauseinandersetzung gekommen war. Allein die Sachverständigenkosten betrugen ca. 130.000 €. Das Finanzamt verweigerte die Anerkennung. Bei Grundstücksbewertungskosten fehle der unmittelbare Zusammenhang mit der Erbschaftsabwicklung. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Kosten eines Rechtstreits bei einer Erbauseinandersetzung sind nicht abzugsfähig, Kosten für die Bewertung von Grundstücken dagegen schon

Kosten einer Erbauseinandersetzung sind keine Rechtsverfolgungskosten, so der Bundesfinanzhof. Aufwendungen für einen Rechtsstreit, der die eigene Erbschaftsteuer betrifft, seien nicht abzugsfähig. Die Kosten für die Bewertung von Grundstücken seien jedoch Bestandteil der Auseinandersetzung. Wegen des unmittelbaren Zusammenhangs sind die Gutachterkosten hier abzugsfähig (Az. II R 37/08).

Weitere abzugsfähige Kosten bei einer Erbauseinandersetzung: Notariats- und Gerichtskosten, Honorare an Rechtsanwälte und angefallene Gerichtskosten

Das gilt auch für die Notariats- und Gerichtskosten bei der Übertragung von Grundstücken auf Miterben. Ebenso wie für Honorare an Rechtsanwälte, die bei der Auseinandersetzung bezüglich des Erbes eingeschaltet wurden. Angefallene Gerichtskosten bei Auseinandersetzungen mit den Miterben sind ebenfalls abzugsfähig.

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Dr. Erhard Liemen
Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".